I)es Beatus Rhenanus literarische Tliätigkeit.
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dabei die Auslassungen gegen die Wiedertäufer, die wieder
den streng'kirchlichen und antirevolutionären Sinn des Mannes
erweisen. Er dankt nämlich der Thätigkeit Hermann’s von
Köln bei der Belagerung von Münster, durch welche diese
Stadt von der Secte befreit ward, welche sie erfüllte,, einer
Secte, die das ,Unsinnigste, Verpestetste und Verderblichste auf
Erden gewesen', eine Secte, die er mit der lernäischen Hydra
vergleicht. 1 Nach dieser Invective kommt Rhenanus auf
den Lebensgang des Erasmus zu sprechen. Freilich, eine eingehende,
ausführliche Biographie darf man in dieser Darstellung
nicht suchen, sie enthält nichts als Notizen über die letzten
Tage und Leiden, über die gelehrten Verbindungen, Mäcenaten
und Freunde, sowie über das Testament des Erasmus, dessen
Tugenden panegyrisch beleuchtet werden. Aber wenn auch
Alles ohne Ordnung durcheinandergeworfen und von chronologischer
Bestimmung kaum eine Spur zu finden ist, so durchdringt
doch eine lebendige Wärme die kurze Schilderung, der
Verlust des grossen Freundes war noch neu, die Wunde noch
fühlbar; war ja Erasmus erst kürzlich dahingeschieden. (Am
12. Juli 1536, diese Notizen sind aber am 19. September desselben
Jahres geschrieben.) — Der bibliographischen Genauigkeit
halber sei bemerkt, dass ein Theil dieser Dedicationsepistel
unter dem Titel DES. ERAS - ROTERODAMI VIRI INCOM-PARABILLS
VITA mit Epitaphien zusammen separat zu Antwerpen
(apud Joannem Stalsium. Ann. 1536 mense octob. In
scuto Burgundiae) erschien. 2 — Um 1539 erschien die vierte,
nach dem Görzer Codex emendirte Ausgabe des Tertullian.
Von den kleineren, mir unzugänglichen Schriften des Rhenanus
nenne ich die um 1602 erschienene Illyrici descriptio, de Argentariae
Antiquitatibus, Epistola de missarum uarietate, Versio
latina duorum Epistolarum Gregorii Nazianzeni ad Themistium,
Präfatio in Baptisti Guarini 1. de ordine docendi et discendi,
Präfatio in Marsilii Patauini defensor pacis, Versio sermonis
Basilii M. de differentia usiae et hypostasis, ferners die Ausgaben
von Marcelli Virgilii oratio de militiae laudibus, von
1 U. A. schreibt er auch: Intererat autem totius Germaniae, imo orbis
Christiani, hanc excetram esse deletara.
2 Auf der Wiener Hofbibliothek mit der Signatur *38. Y. 144.
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