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Horawitz.
merktmgen und einem kurzen Lebensabrisse des gefeierten
Freundes zu versehen. Erschien ja doch die Edition der
Werke des Origenes kurz nach dem Ableben des Erasmus;
Beatus Rhenanus erfüllte nur einen der Wünsche dos Dahingeschiedenen,
wenn er die Ausgabe mit einem Widmungsschreiben
an Hermann von Wied, den bekannten Erzbischof
von Köln, versah. 1 Dieses Schreiben zerfällt in zwei Theile,
in eine Lobpreisung des Origenes und in den biographischen
Versuch über Erasmus. In dem ersten Theile spricht Rhenanus
von dem Lobe, das dem Origenes von Hieronymus und Augustinus
gezollt ward und preist ihn als Einen, der alle Nacharbeitenden
gefördert und gleichsam das Eis gebrochen habe. Denn wenn
man den Liuius, Andronicus und Q. Ennius, als den ersten
Dichtern, dem Laelius Lanuuinus und dem Seruius Clodius,
als den ersten Grammatikern bei den Lateinern Preis spende,
wie sehr müsse man erst den Origenes loben, den Auffinder
nicht der profanen, sondern der heiligen Geschichte, den Wegweiser
zum richtigen Verständnisse der Schrift. Wie es bei
Allen geht, sei auch leider dieser Autor von Schäden und
Verstümmelungen nicht frei; 2 was Erasmus an Hieronymus,
Cyprian, Hilarius, Irenaus und Augustinus geleistet, habe er
auch an Origenes mit dem grössten Floisse und bewunderungswürdiger
Urtheilskraft gethan und nichts unterlassen, was zur
Aufhellung dieses ausgezeichneten Interpreten der heiligen
Schrift gehöre. Das Falsche habe er vom Echten gesondert,
ein Leben des Origenes geschrieben und Bemerkungen beigegeben.
— Rhenanus geht dann auf das Lob Hermanns von
Wied über, dem Erasmus diese seine letzte Arbeit habe widmen
wollen, 3 und rühmt dessen Geschlecht. — Sehr interessant sind
1 Datärt: Ex Selato ueteri munimento Eomanorum, quod aucto uoeabulo
Germani Selatistadium dixere et per collisionem hodie Sietstadium.
Decimo oetauo calend. Septembreis. Anno a partu uirginis matris
M.D.XXXVI.
2 ,Quis porro über a mendis purus hodie? quis autor ab impostoribus non
contaminatus ?‘
3 Bescheiden bemerkt ßhenanns: Nunc habes epistolam infamem ac ieiunam
quam ab illo quum doctam, tum eloquentem acceptiuus eras ut imprimis
tua mihi eelsitudo obsecranda ueniat, re tarn inepto Scriptori succenseat,
sed balbutiem meam boni consulat ac animum hominis toto pectore sese
dedentis interim aestimet.