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Hora w i t z.
historischen Werke benutzten Quellen. 1 Beim Dialoge de
Oratoribus zweifelt Rhenanus beinahe an der Autorschaft des
Tacitus (S. 445 in den Castigationes), bei diesem Dialoge wie
bei der Vita Julii Agricolae war er bei den Verbesserungen
einzig und allein auf sein Talent beschränkt, denn eine alte
Handschrift zur Vergleichung fehlte, es blieb nichts übrig, als
die Editio uulgata fleissig durchzugehen und, wie Rhenanus
sich ausdrückt, ,meoque Marte quaedam errata deprehendi.‘
Den Schluss der Ausgabe des Rhenanus bilden von S. 492
an die Annotationes des Andreas Alciatus und ein Index. —
In das Jahr 1534 fällt die Einleitung zum Epitome grammaticae
g-raecae seines Freundes Michael Hummelberger, die zu Basel erschien,
von der ich aber leider kein Exemplar auftreiben konnte.
Die Liuiusausgabe.
1535 dagegen sehen wir in der Liuiusausgabe eine grössere
Frucht der philologischen Studien des Rhenanus. Das Verdienst,
,die Wunden des Liuius theilweise geheilt zu haben',
wie Drakenborch 2 sagt, theilte Rhenanus übrigens mit
Sigismund Gelenius. Rhenanus behandelte nämlich die ersten
sechs Bücher mit dem zweiten punischen Kriege, dem Gelenius
wies er die vier letzten Bücher der ersten Decade und den
philippischen und antiochischen Krieg zu. Rhenanus arbeitete
schon 1519 mit grossem Eifer daran. Er benützte einen
Wormser Codex, dem freilich die ersten zwei Ternionen und
der Schluss fehlten, der aber sonst — nach dem Urtheile des
Gronouius 3 — ein sehr guter war, und ausserdem noch ein
Manuscript aus Speier, verglich mit diesen Codices die Aldina
und die Kölner Ausgabe des Jacob Sobius. Bis 1529 arbeitete
Rlienanus ohne noch etwas herausgegeben zu haben, er nahm
eben die Sache wie immer sehr ernst und scheute keine Anstrengung,
um die Lücken auszufüllen, ja selbst Reisen unter-1
Hie und da macht er Bemerkungen über die Gegenwart, B. über den
bevorstehenden Türkenkrieg (S. 429) oder wenn er (42{t) sagt: Nos auitae
ferociae plusculum retinemns.
2 Liuiusausgabe t. XV. p. IV.
Ep. ad Heinsium in Burrmann, Syllog. Epist. t. III. p. 114.