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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Dgb  Beatus  Rlienanus  literarische  Thätigkeit.

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Scheidung  des  Textes  von  den  Castigationen  treffen  wir  auch
hier  an,  ebenso  die  ehrliche  Anerkennung  seiner  Vorgänger,
z.  B.  des  Berardinus  Lanterius  von  Mailand  und  des  Franciscus
Puteolanus.  1  -—  Besonders  eingehend  sind  die  Castigationes
zur  ,Germania‘;  in  dem  Bericht  an  den  Leser  (S.  421)
erwähnt  Rhenanus,  dass  er  dieses  Buch  schon  1519  mit  einem
Drucke  verglichen,  der  ihm  durch  die  Güte  des  Arztes  Hieronymus ­
  Artolphus 2  zugänglich  geworden,  und  bemerkt,  dass  er
in  den  Noten  wohl  ausführlicher  geworden  wäre,  wenn  er
nicht  gehört  hätte,  dass  der  junge  Gelehrte  Andreas  Althamer
dieses  Werk  kürzlich  mit  eigenen  Noten  versehen  habe.  Diese
Vergleichung  um  1519  geschah  wohl  damals,  als  Froben  jene
elegante  Tacitusausgabe  erscheinen  Hess,  die  eigentlich  nichts
Anderes,  als  ein  Abdruck  der  Beroaldina  war,  deren  Vorrede
und  Noten  nebst  den  Observationes  des  Alciat  auch  beigegeben
sind.  —  Was  die  Castigationes  selbst  anbelangt,  so  finden  sich
in  ihnen  zahlreiche  Hinweise  auf  die  Ausführungen  in  den
Rerum  Germanicarum  Libri  III., 3  ebenso  die  doi’t  besprochenen ­
  etymologischen  Künsteleien  1  und  Citate  aus  den  in  seinem

1  Hierauf  folgen  von  S.  130—134  die  Castigationes  zum  XI.  Buche,  der
Text  des  XI.  Buches  his  146,  sodann  die  Castigationes  des  XII.  Buches
his  S.  150,  das  XII.  Buch  bis  169,  die  Castigationes  zum  XIII.  Buche
bis  174,  das  XIII.  Buch  bis  193,  Castigationes  zum  XIV,  Buche  bis  197,
das  XIV.  Buch  bis  217,  Castigationes  zum  XV.  Buche  bis  223,  das  XV.
bis  246,  Castigationes  zum  XVI.  bis  248,  das  XVI.  Buch.  Dann  lässt
Rlienanus  die  Castigationes  zum  XVII.  Buche  (d.  i.  das  T.  der  Historien)
bis  2G6,  bis  296  das  Buch  selbst,  von  hier  bis  303  die  Castigationes  zum
XVITI.  (II.  der  Historien)  und  dieses  bis  335,  Castigationes  zum  XIX.
(Hist.  III)  bis  341,  das  XIX.  bis  370,  Castigationes  zum  XX.  (Hist.  IV.)
bis  376,  das  Buch  bis  409.  Von  da  bis  412  reichen  die  Castigationes
zum  XXI,  Buch,  und  dann  his  421  dieses  selbst.
2  Ueber  die  Art  der  Benutzung  des  Artolph’sehen  Codex  bei  der  Herausgabe
der  Germania  vgl.  Oberlin’s  Tacitusausgabe  Prüf,  zum  II.  B.  5.  6.
3  Vgl.  z.  B.  421  und  den  längeren  Excurs  p.  422  f.
4  Z.  B.  422.  Sed  tarnen  Artolplii  über  habebat  Barditum,  Veluti  sit  a  uerbis
quae  Germani  uuort  appellät  tractmn  vocabuln.  Nisi  debet  esse  Blafitum
und  die  Ausführung  über  Asciburgium  =  aarujiupyiov,  424,  cogitandum  an
Odonis  sylua  der  Odonuualdt  a  Mercurio  nomen  liaboat,  ut  a  Marte
Martianum  nenms  des  Sehuuartzuualdt.  427.  ab  idoneis  esse  relatum
autoribus,  indc  nomen  Alpium  ortum,  quod  sua  lingua  montes  Galli  uocent
Albas.  Vgl.  S.  428  über  Anthaim  und  Banthaim.
            
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