Des Beatus Rlionanus literarische Tliätigkeit.
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drangen. Immer habe er ihn für sehr würdig einer steten
Beschäftigung mit ihm gehalten, und zwar vornehmlich darum,
da er nicht wie Liuius und Andere eine ewige Kriegsgeschichte
geschrieben, sondern auch sehr nützliche Dinge eingestreut
habe, die sich bei Anderen entweder gar nicht oder nur zu
kurz vorfinden. Nach dem Urtheile berühmter Gelehrter sei
Tacitus dem Liuius nicht nachzusetzen, ja sogar vorzuziehen —
freilich nicht seines manirirten Stiles wegen, 1 sondern wegen der
Darlegung ausserordentlicher Begebenheiten.
Die Auswahl der Beispiele kennzeichnet den Rhenanus
als Sohn seiner Zeit, die stets nach Klugheitsregeln und Beispielen
der Lebensweisheit verlangt. Das — meint er — habe
uns Tacitus so schön und lehrreich beschrieben: wie Einer
der unverdienten Hinrichtung tapfer entgegengegangen, wie
ein Anderer verläumderisch Angeklagter sich vor Gericht benommen,
wie vorsichtig man mit denen verkehren müsse, die
durch einen Wink allein verderben könnten u. s. w. — Ausführlich
rechtfertigt er sich sodann, warum er abweichend von
Franciscus Puteolanus und Philipp Beroaldus dem Jüngeren 2
des Tacitus Werk mit dem Titel Annalium libri überschrieb.
Tacitus selbst habe ja jene Bezeichnung gewählt, aber auch
bei Jornandes findet sie sich. Während er sich noch aus anderen
Gründen veranlasst fühlt, diese Bezeichnung für die
passendste zu halten, stellt er die Verstümmelung des taciteischen
Werkes als apodictisch hin, deutet ihre Ursachen an und zollt
den Mönchen Dank, die doch Einiges bewahrten. — Viele Bogen
hindurch folgen dann unter dem Titel Thesaurus Locutionum
Constructionumque et vocum Tacito solennium per Beatum
Rhenanum obiter collectus, adiunctis plerumque ex T. Liuio
testimoniis, cuius etiam liaud pauci loci hic restituuntur. Zu-1
aa. 3. nö quod liuius floridum ac meditationein et curam olens dicendi
genus, quäle sub Yespasiatiis placuit ae indies exin degenerauit in affeetatam
quandam compositionem exolescente paulatim sennonis Latini
puritate, Liuianae dictioni illi naturaliter amabiliterq; fluenti nam id seeulum
purissimü fuit aequari debeat atit praeferi.
2 Puteolanus gebrauchte den Namen Actionum diurnatium historiae Augustae,
dann aber auch den Actorum diurnalium, Beroaldus nannte sie Ab excessu
diui Augusti historiarum libri. Das Ofner Manuscript, das Rheuanus
vorlag, war ein ccv£7t(Ypaoov.