H o r a w i t z.
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der schönen Künste geworden sei und Alles thue, was zur
Verbreitung derselben führen könne. Italienische Gelehrte
erfüllten ja seinen Hof, mit denen Bernhard disputire. Indem
Rhenanus der weiteren Verdienste Bischof Bernhard’s um
Ferdinand und die Bekämpfung der Türken gedenkt, kann er
es nicht unterlassen, sich der Erfolge in Ungarn zu erfreuen
und schreibt: Tum recepta Pannonia magnum nobis contra
Turcas propugnaculum rursus acccdet. — Mit grosser Bescheidenheit
dankt er, ,qui nihil in literis suin‘ für das kürzlich
zum Geschenk erhaltene silberne Bildniss des Bischofs, für das
er als papiernes Gegengeschenk die vorliegende Tacitusausgabe
übersendet. Interessant, was er über ihre Entstehung sagt.
Als er nämlich erfahren, dass man eine neue Ausgabe des
Tacitus voi'bereite, hielt er dafür zu untersuchen, ob es der
Mühe werth sei, den Text der Editio uulgata mit dem eines
Manuscriptes zu vergleichen, das ihm kürzlich zugekommen
war. Dieses Manuscript stammte aus der Ofner Bibliothek
des Matthias Coruinus und kam durch Jakob Spiegel in Ehenanus’
Hände. Dieser, der sehr bald erkannte, wie viele
Stellen jämmerlich depravirt seien, machte sich mit Genauigkeit
an die Vergleichung und ruhte nicht eher, als bis er das
ganze Werk bis zum Schlüsse sorgfältig collatiouirt hatte. Bei
den fünf ersten Büchern, ,dic zu Corvey aufgefunden und
etwas später in Rom herausgegeben wurden', sowie bei der
Germania, dem ,Dialogus Oratorunü und dem Agricola. fehlte
es freilich an Handschriften, hier blieb die Vergleichung auf
die Editio uulgata beschränkt. Was er am Tacitus geleistet,
wünscht er von Anderen für Cicero, Liuius, Plinius und den
nicht minder verunstalteten Florus gothan, denn von den Gelehrten
müsse man dies erwarten. Freilich schreckt die Meisten
nicht der Mangel an Erfahrung, sondern die Mühe, welche des
Ruhmes entbehrt, und die Tadelsucht der Ungelehrten, die entweder
spotten oder schmähen. Und doch giebt es keinen
anderen Weg, den Schriften der Alten auf die Beine zu helfen,
als in erster Linie aufmerksame Vergleichung der Handschriften,
sodann die Conjectur (judicium). — So überdrüssig er auch
der Arbeit geworden sei, das Bewusstsein des Nutzens, den
sie schaffen müsse, habe ihn doch dabei festgehalten. Uebrigens
ist er auch völlig von der Bedeutung des Tacitus durch-