Dos Beatus Ehenanus literarische Thätigkeit.
363
qui uulgo receptus titulus est, libri sedecim qui supersunt,
partim liaud oscitanter perlecti, partim nempe posteriores ad
exemplar manuscriptum recog’niti magna dde nec minore iudicio
per BEATYM RHENANVM. Nihil hic fingi docebnnt castigationes
suis quaeq; libris additae Libellus de Germanorum
populis, Dialogus de oratoribus, deniq; Vita Julii Agricole, non
solum emaculatius prodount, sed etiam explicatius adiunctis in
hanc rem scholiis. Super haec omnia aecesserunt in initio
operis Tliosaurus constructionü, locutionumq; et uocum Tacito
solenniü citatis etiam ex Liuio plerunq; testimoniis, ac in
calce rerum memorabiliü index copiosissimus. Nee desunt
aliorum in hunc autorem ante aeditae annotationes praefationesq;
siue Beroaldi seu Alciati. Die Dedicationsepistel richtet sich
an den Cardinal Bernhard von Trient und geht von der' Betrachtung
des ungemeinen Werthes und der nicht genug zu
würdigenden Bedeutung der Wissenschaft aus, einer Betrachtung,
welche die äusserste Sorgfalt und Hochachtung für die
Denkmale der Alterthums zur Folge habe. Glücklicherweise
habe es an vornehmen Gönnern der Wissenschaft nie gefehlt,
Rhenanus erinnert an Salomo, Alexander den Grossen, Ptolemäus
und Augustus; die Verdienste Kaiser Sigismund’s,
Matthias Corvinus’ und Maximilian’s in dieser Richtung
dürften nur Wenigen unbekannt sein. Aber auch von den
zeitgenössischen Herrschern, sowohl von Kaiser Karl, als
auch von dessen Bruder Ferdinand hofft er, dass sie von
dem löblichen Beginnen ihres Grossvaters nicht abweichen,
sondern dasselbe in eben dem Masse überstrahlen werden, als
ihre Macht zugenommen — wenn sie nur einmal von den auswärtigen
und inneren Kriegen aufathmen könnten. Wenn
aber schon weltlichen Fürsten die Begünstigung der Wissenschaft
zum Lobe gereicht, wie viel mehr geziemt sie den Kirchenfürsten,
deren eigentliches Feld das Studium sei, die ihr
Vermögen nirgends besser anlegen können, als in dem Schmuck
der Wissenschaft. Das Verhältniss der Letzteren zur Religion,
welche ohne sie weder recht verstanden noch vertheidigt werden
kann, fordert namentlich im gegenwärtigen Augenblick
von den Priestern die Unterstützung der Wissenschaft. Freilich
sage er dies nicht, weil der Cardinal eines Mahners bedürfe,
da er ja längst schon aus eigenem Antriebe Förderer