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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Dos  Beatus  Ehenanus  literarische  Thätigkeit.

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qui  uulgo  receptus  titulus  est,  libri  sedecim  qui  supersunt,
partim  liaud  oscitanter  perlecti,  partim  nempe  posteriores  ad
exemplar  manuscriptum  recog’niti  magna  dde  nec  minore  iudicio
per  BEATYM  RHENANVM.  Nihil  hic  fingi  docebnnt  castigationes
  suis  quaeq;  libris  additae  Libellus  de  Germanorum
populis,  Dialogus  de  oratoribus,  deniq;  Vita  Julii  Agricole,  non
solum  emaculatius  prodount,  sed  etiam  explicatius  adiunctis  in
hanc  rem  scholiis.  Super  haec  omnia  aecesserunt  in  initio
operis  Tliosaurus  constructionü,  locutionumq;  et  uocum  Tacito
solenniü  citatis  etiam  ex  Liuio  plerunq;  testimoniis,  ac  in
calce  rerum  memorabiliü  index  copiosissimus.  Nee  desunt
aliorum  in  hunc  autorem  ante  aeditae  annotationes  praefationesq;
siue  Beroaldi  seu  Alciati.  Die  Dedicationsepistel  richtet  sich
an  den  Cardinal  Bernhard  von  Trient  und  geht  von  der'  Betrachtung ­
  des  ungemeinen  Werthes  und  der  nicht  genug  zu
würdigenden  Bedeutung  der  Wissenschaft  aus,  einer  Betrachtung, ­
  welche  die  äusserste  Sorgfalt  und  Hochachtung  für  die
Denkmale  der  Alterthums  zur  Folge  habe.  Glücklicherweise
habe  es  an  vornehmen  Gönnern  der  Wissenschaft  nie  gefehlt,
Rhenanus  erinnert  an  Salomo,  Alexander  den  Grossen,  Ptolemäus
  und  Augustus;  die  Verdienste  Kaiser  Sigismund’s,
Matthias  Corvinus’  und  Maximilian’s  in  dieser  Richtung
dürften  nur  Wenigen  unbekannt  sein.  Aber  auch  von  den
zeitgenössischen  Herrschern,  sowohl  von  Kaiser  Karl,  als
auch  von  dessen  Bruder  Ferdinand  hofft  er,  dass  sie  von
dem  löblichen  Beginnen  ihres  Grossvaters  nicht  abweichen,
sondern  dasselbe  in  eben  dem  Masse  überstrahlen  werden,  als
ihre  Macht  zugenommen  —  wenn  sie  nur  einmal  von  den  auswärtigen ­
  und  inneren  Kriegen  aufathmen  könnten.  Wenn
aber  schon  weltlichen  Fürsten  die  Begünstigung  der  Wissenschaft ­
  zum  Lobe  gereicht,  wie  viel  mehr  geziemt  sie  den  Kirchenfürsten, ­
  deren  eigentliches  Feld  das  Studium  sei,  die  ihr
Vermögen  nirgends  besser  anlegen  können,  als  in  dem  Schmuck
der  Wissenschaft.  Das  Verhältniss  der  Letzteren  zur  Religion,
welche  ohne  sie  weder  recht  verstanden  noch  vertheidigt  werden ­
  kann,  fordert  namentlich  im  gegenwärtigen  Augenblick
von  den  Priestern  die  Unterstützung  der  Wissenschaft.  Freilich ­
  sage  er  dies  nicht,  weil  der  Cardinal  eines  Mahners  bedürfe, ­
  da  er  ja  längst  schon  aus  eigenem  Antriebe  Förderer
            
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