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Horawitz.
das Ihrige lassen. (S. 79.) Ja er räumt sogar ein (78), dass
es eine Zeit gegeben, in der die Gallier die Germanen an
Tapferkeit übertroffen und Colonien über den Rhein geschickt
hätten. Das hätte Wimpfeling nie zugegeben!
Diese Erinnerung an Wimpfeling mag uns zugleich zeigen,
wie überlegen Rhenanus seinen unmittelbaren Vorgängern
auf dem Gebiete der Geschichtsschreibung ist. Gegenüber
dem rhetorischen Wesen Bebels, der compilirenden Tendenzgeschichte
Wimpfeling, dem poetisirenden Celtis und dem sehr
verdächtigen Trithemius ist er der Einzige, der den Namen
des Geschichtsforschers verdient. Denn er allein hat Methode,
Unparteilichkeit und macht die schwere, aber unerlässliche
Arbeit der Kritik durch. Einzelne dieser Vorzüge theilen
auch andere Zeitgenossen mit ihm, ich nenne nur Peutinger
und Irenicus, doch in der philologischen Methode ist er Allen
überlegen. Freilich, schon lebten die, welche ihn an Tiefe des
Blickes, an populärer Wirkung weitaus übertrafen — Sebastian
Frank und Johannes Auentinus! — Aber neben dieser
Richtung liess sich eine denken und wünschen, welche die Methode
des Rhenanus bewahrt und ausgebildet hätte. Leider kam
keine solche Richtung zum Durchbruche. — Rhenanus hat keine
Schule gemacht; als ein Einzelner, der das Richtige getroffen,
steht er da, und dieser Umstand ist es denn auch, der seine
Bedeutung für die Geschichte der Geschichtswissenschaft —
trotz seiner grossen Verdienste — herabgemindert hat.
Die Tacitusausgabe.
Von dem historischen Studium wendet sich Rhominus
wieder seinem eigentlichen Gebiete — der Editionsthätigkeit
zu. Aus dem Jahre 1532 ist mir gar nichts Anderes von
Rhenanus bekannt, als die Ausgabe des Moriae Encomium —
die Edition selbst konnte ich leider nicht einsehen. In diese
Zeit fällt aber die Vorbereitung eines grossen Werkes, die
Vorbereitung zur Tacitusausgabe.
Sie erschien zu Basel bei Froben 1533 unter dem Titel:
P. CORNELII TACITI equitis Romani ANNALIUM AB
EXCESSV AVGVSTI SIcut ipse uocat, siue Historiae Augustae,