Des Beatus Rhenanus literarische Thätigkeit.
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Auffassung, die jeden Ruhmesflitter der Fremden sich aneignen
möchte, um das eigene, reich mit superlativischen Attributen
geschmückte Volk noch mehr aufzuputzen, hat Ehenanus die
objective Ruhe des Geschichtsforschers mit der warmen Liebe
zu seinem Vaterlande 1 trefflich zu verbinden gewusst. Er ist
weit entfernt, von jener abgeschmackten und knabenhaften
Manier, nur die Siege des eigenen Volkes aufzuzählen, seine
Niederlagen aber ,zu verschweigen, um sie als nie besiegt
erscheinen zu lassen. Sein Patriotismus ist ein würdevoller,
männlicher, ganz ehrlich und gerade schildert er auch die
Schlachten und Verluste, die sein Volk erlitt. Kaiser Julian,
sagt er u. A., hat mit wenigen Soldaten unzählige Alemannen
geschlagen. (S. 149.) Bei der Erzählung von der grossen Alemannenschlacht
(44) begnügt er sich, seinen Antheil durch ein
jiiostri' zu zeigen. Er freut sich nicht wie Irenicus über die
grossartigen Zerstörungen, die mit den Siegen der Germanen
verbunden waren, ,denn welcher Gefühlvolle würde solche Rasereien
nicht verabscheuen ? ( (Präfatio ad Procopium.) — Das
ist ein grosser Fortschritt. Und wirklich imposant nimmt sich
bei solcher Unparteilichkeit das gehaltvolle Wort aus, mit dem
Rhenanus die überschwenglichen Historiker unter seinen Landsleuten
trifft, das Wort: Ich kann mich nicht genug wundern
über jene ehrgeizigen Lobhudler unter den Deutschen, welche
auch die Triumphe der sennonisehon Gallier den Germanen
zuwenden wollen unter dem Vorwände, dass der Name der
Celten ein weiter sei und weil die Cliorographen der sennonischen
Sueven gedenken. Und wie stolz und selbstbewusst
klingen dann die wenigen, ernsten Worte: Deutschland hat der
Ehre und des Kriegsruhms genug, wenn wir auch den Galliern
1 S. 8 beklagt er die Zwietracht der Germanen und schreibt sie den Verlockungen
der Körner zu. S. 39: Isti vero Barbari (Franci) nobilissimum
in Galliis regnum constituerunt, quae perpetua Germanorum laus
est multisque seculis tenuerunt, doncc paulatim obsorberentur. At inter
Gallos ho die, ut quisque procerum plus Francici sanguinis a majoribus
suis habet ita regno fit propior. Et darat adlmc, durabitque inclytum
Francorum nomen. Quem enim pudeat a tarn strenua geilte duxisse
originem? Certe Romanis minus de sui iuitio gloriari licet. Vgl. S. 62
über das deutsche Francien. S. 72. Licet hic videre Germanos semper
Germanorum viribus ex Italia depulsos. Tantum eaeteras nationes ingenio
praeualeant.