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Horawitz.
saure/ u. w. s. (S. 178) Her. Bei den meisten Ableitungen
spannt er die Worte auf ein Prokustesbett, und zieht gewöhnlich
die Sitte des gemeinen Volkes zur Erklärung heran, fremde
Benennungen sich mundgerecht zu machen und durch Quetschen
(torquere) so weit zu bringen, dass sie doch etwas ihm Verständliches
zu bedeuten scheinen. 1 Damit hat er — freilich
unwissentlich — seine eigene Methode charakterisirt. So reichlichen
Stoff Bhenanus auch gebracht, so klare und einschneidende
Kritik er geübt, Menge und Art des vorhandenen Quellenstoffes,
sowie Methode und Stand der Forschung in jenen Tagen Hessen
— wie natürlich — auch viele Fehler unterlaufen, Mannigfaches
hat ihm schon der grosse Forscher über elsässisches Alterthum,
hat ihm Schöpflin (in der Alsatia illustrata) nachgewiesen
und getadelt. Fredgar, meint er z. B. (I. 34), hätte Bhenanus
benützen sollen, dann hätte er wohl eine andere Erklärung
von Alsatia abgegeben. Auch gegen misslungene Etymologien 2
(wie Kaurici = Vrigavia und Tigurini = Urii) wendet er
sich und zwar mit der Bemerkung (S. 40), man müsse sich
hüten, Alles aus dem Deutschen herzuleiten, was aus dem
Celtischen allein zu erklären sei, und tadelt den Rhenanus
(S. 94), dass er alle celtischen Kamen aus dem Germanischen
ableiten wolle. Er weist auch nach (S. 60 u. 61), wie Rhenanus
durch seine Verbesserungsvorschläge selbst in arge
Fehler gerieth, so z. B. bei Cäsar I. 51, wo er statt Sedusios
Sebusios lese, er zeigt, wie Rhenanus aus dem fehlerhaften
Codex des Ammianus Fehlerhaftes in den richtigen Text des
Cäsar bringt. Uebrigens theilt Rhenanus viele der gerügten
Fehler 3 mit S. Münster, viele aber entspringen nur aus der
1 Solet enim uulgus incognitas uoces detorquere in aliquod forte significatum
qualibet absurdum (S. 120) detorquet autem multa uulgns ceu saepe
monuimus. (168.)
2 Schöpflin (I. 638) sagt selbst: Beatus Rhenanus in inquirendis voeum
etymis diligens, sed interdum infelix.
3 S. 134 wirft ihm Schöpflin noch vor, dass er I. p. 18 Tribonos nach
einem corrupten Ms. des Ptolomäus gelesen, tadelt S. 204 eine falsche
Conjectur. 244. Intolerabilis quoque conjectnra est Beati Rhenani aliorumque,
quibus Stratburg contractum a Storatburg ab Argentorato deriuare
placuit, quam uiolentam conjecturam recte pronuntiat Guillimannus. Vgl.
z. B. auch noch ibidem 233, 417, 642, II. 366, 367, 383, 387 (nomen Sebusiorum
fictitium).