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Horawitz.
geht er stets dem falschen Berosus und dessen Interpreten,
dem Annius an den Leib. Der Alleralbernste aber, sagt er
u. A., ist Annius, des fabulosen Berosus fabuloserer Ausleger,
denn so oft jener — wie das Sprichwort sagt — den Bock
melkt, hält dieser das Sieb unter. Ich leugne es trotzdem
nicht, dass der Fälscher des Berosus gelehrt gewesen sein
müsse, denn er mischte so, dass nicht Jeder gleich die Sache
merkt. Jener las beim Tacitus, die Germanen sagen, Hercules
sei bei ihnen gewesen, da ihm nun zufällig ein Königsname
abgeht, so schreibt er, bei den Tuisconen regiert Hercules
Alemannus, und macht diesen zum Sohn des Teuto. In köstlicher
Weise macht er dann die Ableitung des Wortes Alemannen,
wie sie Annius mit Hülfe der — Talmudisten herauspresst,
lächerlich und fügt seine eigene Erklärung bei. 1 Auf’s
Genaueste vergleicht er, wo er kann, den gedruckten Text mit
dem Wortlaute des Manuscripts und lässt sich durch Abänderungen
eines Halbwissers (sciolus) nicht irremachen. 2 So zahlreich
aber findet er die fabelhaften Völkerableitungen, wie sie in
ihren Annalen vorliegen, dass er keinem Autor mehr Glauben
schenkt, als dem, der Zeugnisse herbeibringt. (S. 68.) Er tadelt
denn auch scharf die Vertrauensseligkeit derer, die den Griechen,
dem Diodor, Herodot, Aristoteles und den übrigen Historikern
ohne Weitei'es folgen, wenn diese den Namen der Celten für
Gallier und Germanen gebrauchen. Er verwehrt sich dagegen,
die senonischen Gallier für Germanen zu halten (79) und verweist
auf Tacitus, der dem Irrthume jener (Germania 43) hinlänglich
entgegentritt, die da glauben, Gallier und Germanen
1 Annius nugis nugas cumulans Hebraicam etymologiain, si diis placet,
affert ex Talmutistarum arcanis literis . . . enim alueum significare et
Mannum esse Rlienum. proinde dictos Alemannos, quod ad Rlienum habitent.
O somnia! Novum est Alemannorum nomen et multo recentius
quam Gennanorum. Rhenanus glaubt, die Völker selbst hätten sich ihre
Namen erfunden und zwar so, dass sie recht furchtbar klingen und giebt
dafür Analogien aus seiner Zeit, z. B. den Namen der schwarzen Teufelsrotte.
(41.)
2 Porro Claudianus Salii nomine Francum intelligit, quanquam sciolus quispiam
ausus est pro Salius substituere Sueuus quemadmoduin in excusis
codicibus legitur. Sed nos manu scripti uoluminis fidem sequimur non
hfc tantum. (S. 34.)