t)es Beatus Rhonanus literarische Thätigkeit.
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Zeugnisse von Gewährsmännern beweisen kann. Denn ich
werde nicht den Hunibalden und ähnlichen Schriftstellern folgen,
deren Träume das Eitelste sind/ — Und er kann sich über die
Frechheit Jener nicht genug wundern, die, so oft von dem Ursprünge
eines Volkes so wenig bekannt ist, sich sogleich zu
den Fabeln flüchten, in diesem Stücke die Römer und andere
Völker nachahmend. Daher kommt es, wenn man die
Franken aus Troja herleitet und uns über ihre oft geänderten
Sitze und über die Errichtung von Sicambrien den reinen Unsinn
vordichtet. Kein Wunder freilich, wenn die Mönche in
ungebildeten Zeiten solches zu erfinden gewagt, denn zweifellos
gab es damals ausser ihnen Niemand, der die Wissenschaft
kannte. Darüber aber wundert sich Rhenanus, dass jener
nicht ungelehrte Bischof Gregor von Tours, dass Annoniüs
(Aimoin) und die Uebrigen, welche fränkische Geschichte geschrieben,
dieselben Fabeln hochhielten; Leute, die doch Alles
von den Galliern, unter denen sie lebten, aus der Tradition
ihrer Väter hätten erfahren können. Aber dies war das Unglück
jener Zeiten, dass sie dunkel die Geschichte überlieferten.
Wer den Jornandes, der über die Gothen schrieb, den
Paulus Diaconus und den Luitprand über die Langobarden
liest, wh'd darauf schwören, dass sie Fabeln erzählen. So
wenig erklären sie, woher ihre Völker stammen und welche
Wohnsitze sie einst besessen hätten. Desto mehr müssen wir
uns Mühe geben, dass wir die Wissbegiex-igen hierin unterstützen
und zugleich zum Erforschen von Anderem anspomen.
— Sehen wir ihn hier bei einer schai'fen Kritik der mittelalterlichen
Ueberlieferung, so lässt er es auch nicht daran
fehlen, die Ursachen der fabelhaften Erzählungen, welche
neuere Geschichtsschreiber Vorbringen, anzugeben. Betrug
und jenes Mittelding zwischen Dichtung und Geschichte, das
von den halbgelehrten Poetastern früherer Zeit in Verse gebracht
ward, tragen hier die meiste Schuld. 1 Besonders scharf
1 S. 29. 33. Haec autem Francornm in hos tractus demigratio quibusdam
ineruditis impostoribns ansam dedit, ut de Sicambria nescio qna constracta
ampullosas nugas comminiscerentur. Nec me fugit a veternm Sicambrornm
sedibus, quibus sattem proximi fuere Franci, ipsos etiam nomen meruisse,
quod iltis non inelegantei reperio tributum a semidoctis illius aeri poetastris,
qnorum versieulos historiographi recentes citant.