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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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H  o  r  a  vf  i  t  z.

Herz  ogsg'ewalt  von  einst  und  jetzt  vergleicht.  Werthvolle  Abhandlungen ­
  bilden  die  Untersuchungen  über  die  Freien  und
Unfreien  (fiscales  und  fiscal  ini),  1  die  servi  ecclesiastici  (84),  die
Duces,  Duces  militum,  Comites,  Centgraven,  über  Grafen  und
Markgrafen,  über  die  lex  Salica,  die  Romana  Gombata  (wohl
Gundobada),  das  Alod  (S.  96  wird  es  ganz  kurz  bestimmt  als
praedia  propria),  über  Ordalien  und  Herisliz  (S.  91)  und  die
Bemerkungen  über  die  fränkischen  Gesetze,  aus  denen  Rhenanus ­
  mehrfach  (S.  91)  Stellen  mittheilt.  In  dem  Verlaufe
seiner  Darstellung  handelt  er  von  der  Pietät  der  Franken  gegen
Kirche  und  Klöster,  von  den  Kirchen  und  Hospitälern  der
Sehottenmönche,  dem  Bisthum  zu  Erfurd,  von  Bonifaeius,  den
er  Wunefridus  (86)  nennt.  Nach  diesen  Angaben  über  merovingisch-karolingische
  Geschichte  giebt  er  eine  kurze,  aber
gute  Geschichte  des  deutschen  Reiches  in  dessen  ersten  Zeiten.
Es  wird  von  Otto  von  Sachsen  gesprochen,  wie  dieser  seines
Alters  wegen  auf  die  Königswürde  verzichtet  und  die  Wahl
auf  Konrad  gelenkt  habe.  Von  Konrad’s  unglücklicher  Regierung ­
  wird  nichts  erzählt,  wohl  aber  die  Geschichte  hervorgehoben, ­
  wie  Heinrich  I.  den'  Heriger  von  Mainz,  der  ihn
salben  und  krönen  will,  zurückweist.  Rhenänus  bringt  hier
überhaupt  manches  Detail;  öfter  freilich  auch  in  verwirrter
Fassung,  so  weis  er  z.  B.  von  einem  Zuge  gegen  Arnold  von
Baiern,  oder  einer  Expedition  gegen  Rudolf,  Herzog  von
Alemannien,  zu  erzählen,  spricht  von  dem  Königreich  Arelat,
das  Heinrich  erworben  habe.  Im  ersten  Falle  soll  es  statt  Arnold
Arnulf  heissen,  im  zweiten  verwechselt  er  Burchard  von  Alemannien ­
  mit  dessen  Gegner  Rudolf  von  Burgund,  im  dritten
Arelat  mit  Lothringen.  Ungemein  auffallend  ist  es,  dass  er  die
Ungarnbezwingung  Heinrichs  nirgends  erzählt,  nachdem  er  doch
den  Lindprand  gekannt.  Ueber  Otto  den  Grossen,  mit  dem
er  das  Imperium  Romanum  ansetzt,  schreibt  er  ziemlich  spärlich, ­
  dessen  Schutzstellung  ist  nicht  ganz  erfasst,  er  spricht
nur  von  einem  Zuge  gegen  Berengar,  die  Empörungen  und
viele  andere  Beziehungen  sind  übergangen,  die  Erfolge  gegen
die  Byzantiner  überschätzt.  —  Der  Abschnitt:  Status  Germaniae
sub  Imperatoribus  Saxionibus  et  iis,  qui  hos  insequuti  sunt,  ist

1  Vgl.  Waitz,  Verfassungsgescliiclite.  IV.  294.
            
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