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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Horawitz.

den  Wunsch  auszusprechen,  die  Gelehrten  möchten  sich  doch
zu  dieser  Partie  der  Geschichte  wenden,  wie  viel  Licht
könnte  dies  in  die  alte  Geschichte  bringen.  Das  wäre  in
Wahrheit  ein  ,illustrare  Germanium*  (S.  56).  -—  Rhenanus
macht  es  sich  von  da  ah  zur  Aufgabe,  die  Einfälle  germanischer
Völker  in  die  Provinzen  des  zusammengebrochenen  römischen
Reiches  zu  schildern.  Er  beginnt  mit  dem  Einbrüche  der
Gothen  in  Italien  und  Frankreich,  wobei  Alarich  und  Rhadagais
sehr  oberflächlich  behandelt  werden,  und  liefert  eine  ganz  kurze
Geschichte  der  Burgunder  (S.  59),  um  deren  grosse  Macht
zu  erweisen.  Daran  schliesst  sich  eine  Darlegung  der  Einbrüche ­
  der  Franken  in  Gallien,  wobei  Rhenanus  —  auf
Apollinaris  gestützt  —  vornehmlich  bei  der  Hunnenschlacht
länger  verweilt.  Er  giebt  sodann  eine  übersichtliche  Darlegung
ihrer  Eroberungen,  unterscheidet  scharf  zwischen  Francia
Teutonica  und  Francia  Romana  1  und  spricht  von  den  fruchtlosen ­
  Versuchen  der  Römer,  die  Franken  aus  Gallien  zu  werfen. ­
  (63.)  Von  den  Alemannen  erzählt  er  ihre  Rivalität  mit
den  Franken,  deren  grösseres  Glück  die  ersteren  bei  Tolbiacum
niederwarf  und  stellt  Untersuchungen  über  das  Vorkommen
des  Namens  Alemannia  an.  (S.  64.)  Noch  eine  Reihe  anderer
Völker  werden  besprochen,  so  die  Quaden  (S.  65)  in  Pannonien ­
  und  Valerien,  deren  Waffen,  Pferde  und  Sitten  er  —  meist
nach  Ammian  —  schildert,  die  Marcomannen,  die  er  als
Nachfolger  der  Bojer  in  Boioheim  einrücken  lässt,  die  Heruler
und  Rugier  (S.  70  kurze  und  unbedeutende  Notizen),  die
Langobarden,  deren  deutschen  Ursprung  er  auf  eine  sehr  wunderliche ­
  Weise  zu  beweisen  unternimmt, 2  die  Angelsachsen
(Vortigern  S.  74),  die  Normannen,  deren  Beutezüge  bis  zur
Christianisirung  des  Rollo  erwähnt  werden.  Trotz  seines  Ordnungssinnes ­
  mischt  er  in  die  Völkerübersicht  keltische,  ja  sogar
magyarische  Stämme  ein,  er  spricht  von  den  Scoten,  Picten
und  den  Ungarn,  wie  ihren  Einfällen,  wobei  auch  er  die  alberne

1  Dem  von  gallischen  Scriptoren  erfundene  Namen  Austrasien  setzt  Ehenanus
Vestria  gegenüber,  was  jene  in  Neustrien  veredelten.  Eigentlich  bedeuten
aber  die  beiden  Namen  nichts  Anderes,  als  Ostrich  und  Vuestrich,  ,uaeli
den  Winden  so  genannt. 1  (S.  60.)
-  Die  Beweglichkeit  des  Volkes  veranlasst  ihn  zu  dem  Ausrufe:  Dii  boni,
<piae  fuit  illis  gentibus  mutandariun  sedium  libido?  (S.  71.)
            
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