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Horawitz.
den Wunsch auszusprechen, die Gelehrten möchten sich doch
zu dieser Partie der Geschichte wenden, wie viel Licht
könnte dies in die alte Geschichte bringen. Das wäre in
Wahrheit ein ,illustrare Germanium* (S. 56). -— Rhenanus
macht es sich von da ah zur Aufgabe, die Einfälle germanischer
Völker in die Provinzen des zusammengebrochenen römischen
Reiches zu schildern. Er beginnt mit dem Einbrüche der
Gothen in Italien und Frankreich, wobei Alarich und Rhadagais
sehr oberflächlich behandelt werden, und liefert eine ganz kurze
Geschichte der Burgunder (S. 59), um deren grosse Macht
zu erweisen. Daran schliesst sich eine Darlegung der Einbrüche
der Franken in Gallien, wobei Rhenanus — auf
Apollinaris gestützt — vornehmlich bei der Hunnenschlacht
länger verweilt. Er giebt sodann eine übersichtliche Darlegung
ihrer Eroberungen, unterscheidet scharf zwischen Francia
Teutonica und Francia Romana 1 und spricht von den fruchtlosen
Versuchen der Römer, die Franken aus Gallien zu werfen.
(63.) Von den Alemannen erzählt er ihre Rivalität mit
den Franken, deren grösseres Glück die ersteren bei Tolbiacum
niederwarf und stellt Untersuchungen über das Vorkommen
des Namens Alemannia an. (S. 64.) Noch eine Reihe anderer
Völker werden besprochen, so die Quaden (S. 65) in Pannonien
und Valerien, deren Waffen, Pferde und Sitten er — meist
nach Ammian — schildert, die Marcomannen, die er als
Nachfolger der Bojer in Boioheim einrücken lässt, die Heruler
und Rugier (S. 70 kurze und unbedeutende Notizen), die
Langobarden, deren deutschen Ursprung er auf eine sehr wunderliche
Weise zu beweisen unternimmt, 2 die Angelsachsen
(Vortigern S. 74), die Normannen, deren Beutezüge bis zur
Christianisirung des Rollo erwähnt werden. Trotz seines Ordnungssinnes
mischt er in die Völkerübersicht keltische, ja sogar
magyarische Stämme ein, er spricht von den Scoten, Picten
und den Ungarn, wie ihren Einfällen, wobei auch er die alberne
1 Dem von gallischen Scriptoren erfundene Namen Austrasien setzt Ehenanus
Vestria gegenüber, was jene in Neustrien veredelten. Eigentlich bedeuten
aber die beiden Namen nichts Anderes, als Ostrich und Vuestrich, ,uaeli
den Winden so genannt. 1 (S. 60.)
- Die Beweglichkeit des Volkes veranlasst ihn zu dem Ausrufe: Dii boni,
<piae fuit illis gentibus mutandariun sedium libido? (S. 71.)