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H o r a w itz.
und versuchte es, auch von ihrer Eroberung durch die Franken,
Alemannen, Markomannen u. A. zu handeln. Die Völkerwanderung
muss er deshalb ziemlich eingehend in den Kreis
seiner Betrachtungen ziehen, und so meint er — wohl mit
Recht — werde sein Werk auch für gelehrte Männer nicht ohne
Nutzen sein, da diese oft genug das alte und neue Germanien
verwechseln. 1 Was grössere Ivenntniss in diesen Gegenständen
bedeute, meint Rhenanus, hätte die — in seine Knabenzeit fallende
— Controverse zwischen Wimpfeling und Murner erwiesen,
bei gründlicherem Verständnisse wäre der Streit gegenstandslos
geworden. — Den Schluss der Vorrede bildet ein verunglückter
Versuch, die Genealogie der Habsburger zu bestimmen, der
Glückwunsch an Ferdinand zur Erlangung der Kaiserwürde
und die Bitte an den Kaiser, in den Zeiten der Müsse, welche
die Türkenkriege übrig lassen, dieses Werk in die Hand nehmen
zu wollen, da ja die Lectüre dieses Buches über viele
und grosse Veränderungen im Staatenleben belehren werde.
Betrachten wir nun den Gang des Werkes!
Im ersten Buche bestimmt er den Begriff und die Ausdehnung
1 von Altgermanien (c. 1), giebt dessen Völkerschaften
an — auch er nennt die Germanen indigenae — schildert den
Zustand Deutschlands vor und nach Julius Caesar, gedenkt —
freilich in sein 1 gedrängter Kürze — der Kriege, des Handels
der Germanen, und weist als Grund ihrer Zwietracht die
Aufreizungen der Römer nach. Sodann geht er auf die
Provinzen des römischen Staates über, kommt auf die Donauländer
(Rhetia I et H., Noricum, Panonnia I et II.) 2 zu
sprechen, lässt eine Aufzählung aller Provinzen des römischen
Reiches, so lange dasselbe unversehrt war, folgen 3
und geht dann sofort auf die Völkerwanderung über, ,obwohl
1 Haec propterea dicere cogor, hoc loco, ne quis Germaniam ueterem
in prouineiis somniet aut quaerat etiam antequam proninciae factae
sunt, itl quod de transdanubianis et Sequanis uerissimum est. (20. 21.)
2 Dabei sucht er die Ausdehnung der Provinzen durch Angabe der ihnen
jetzt entsprechenden Länder zu versinnlichen, z. B. bei der Provinz
Valeria giebt er Croatien als entsprechend an. (!) Savia wird richtig
bestimmt.
3 S. 19—20. .Enumeratio caeterarum ubilibet prouinciarum integra dum re
Romana 1 mit der sonderbaren Bemerkung: ut aliis quoque nationibus gratum
faciamus puta Gallis, Brittanis, Italis.