Des Beatus Rhenanus literarische Thätigkeit.
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grosse Umfang erklärt sich aus den weitläufigen Noten und
Oommentaren Otto’s, die für unseren Zweck nicht in Betracht
kommen.
Das Werk wird mit einer im März 1531 verfassten Vorrede
eröffnet, in der Rhenanus sein Buch dem König Ferdinand
widmet. Von der Erfahrung ausgehend, dass jeder in
ferne Gegenden Reisende sich einen Führer mitnimmt, oder
sich doch hei Unterrichteten um den Weg erkundigt, meint
er, auch in der Geschichte, in der es doch vornehmlich auf
gute Unterweisung ankommt, sei ein solcher Führer nöthig.
Denn obwohl man mit Namen herumwerfe, so wisse man doch
fast nie, was diese Namen bedeuten, wird ja doch selbst,Germania
4 häufig falsch begrenzt. Rhenanus erwähnt ferner, wie
es so Viele gäbe, die mit ihren Geschichtsstudien grossen Lärm
erheben, aber eigentlich keinen Stein von der Stelle bewegen.
Denn wie oft werden die Namen der Germanen, Alemanen,
Franken, Sachsen, Sueven und Helvetier, die Benennungen
Germania superior und inferior u. A. genannt; wenn aber
Jemand fragt, woher und wann diese Benennungen entstanden
sind, da wird man wenige finden, welche über diese Dinge
gründlich sprechen können. Die Ursache dieses Umstandes
sieht Rhenanus in dem Reichthum an alten Schriftstellern und
in dem Mangel an mittelalterlichen. Dank daher Jenen, die
mit ungeheurer Mühe für Verbreitung der richtigen Kenntnisse
sorgen. Mit Schärfe wendet er sich sodann gegen die engherzigen
Buchstabenmenschen, die an jedem überlieferten Worte
haften. Es giebt vielleicht noch Viele, die jetzt noch die
alten Zustände sich vorspiegeln, die an J. Cäsar und Ptolemäus
hartnäckig festhalten. Weil es aber Leute von diesem Schlage
gebe, müsse man die übrigen Gelehrten nicht im Stich lassen,
damit tüchtigeren und erleuchteteren Talenten Beistand geleistet
werde. Durch diese Erwägung ward Rhenanus veranlasst,
kurz nach seiner Rückkehr aus Augsburg, den Bitten mehrerer
Freunde — zweifellos war Peutinger dabei — Gehör zu geben,
und sich an die Abfassung des vorliegenden Werkes zu machen.
So schrieb er denn über die römischen Provinzen, welche die
Weltbezwinger auf dem linken Rheinufer und dem rechten
Donauufer Germanien gegenüber besassen, über ihren Zustand
und ihre Verwaltung unter den Nachfolgern Constantin des G.