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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Pfizmaier.

An  der  Ostgränze  des  Districtes  Hing-ngan  in  Lin-ho
befindet  sich  ein  flacher  Stein.  Auf  demselben  liegt  ein  Kamm
und  ein  Schuh.  Man  sagt  gemeiniglich:  Als  der  König  von
Yue  den  Bach  übersetzte,  zog  er  einen  Schuh  aus  und  liess
den  Kamm  hier  fallen.  1
Die  Erörterungen  Thsui-schi’s  über  die  Lenkung  sagen:
Ohne  Belohnungen  und  Strafen  den  geordneten  Zustand
des  Zeitalters  wollen,  ist  gleichsam  so  viel,  als  den  Kamm
nicht  behalten  und  den  geordneten  Zustand  des  Haupthaares
wollen.
Die  Erörterungen  über  die  Ordnung  der  Dinge  sagen:
Wenn  bei  Ausübung  der  Macht  die  Gesetze  klar  sind,  so
lassen  sie  hindurch  den  schiffeverschlingenden  Fisch.  Wenn
die  Gesetze  nicht  klar  sind,  so  haben  sie  Aehnlichkeit  mit  einem
feinen  Kamm.  Bei  dem  feinen  Kamme  entstehen  Quälerei  und
Heimtücke.
Das  Buch  der  Träume  sagt:
Träumt  man  von  Kämmen,  so  ist  Lösung  des  Kummers.
Wenn  die  Läuse  gänzlich  Weggehen,  werden  die  hundert  Krankheiten ­
  geheilt.
Die  Einleitung  zu  dem  von  Fu-hien  verfassten  bilderlosen
Gedichte  auf  den  Kamm  sagt:
Die  grosse  Begabung  ordnet  das  Zeitalter,  gleichwie  der
Kamm  das  Haupthaar  in  Ordnung  bringt.
Ein  Gedicht  Siü-tsin’s  sagt:
Ich  sehne  mich  zu  sehen  des  Gebieters  Tuch  und  Kamm,
um  aufhören  zu  machen  Mühsal  und  Beschämung.
Die  Ermahnungen  der  Tochter  Tsai-yung’s  sagen:
Gebraucht  man  den  Kamm,  so  denkt  man  an  des  eigenen
Herzens  Ordnen.
In  dem  Schreiben  Kao-wen-hoei’s  an  seine  Gattin  heisst  es:
Ich  schaffe  jetzt  einen  Kamm  von  Schildkrötenschuppen  herbei.
In  dem  Schreiben  Lö-yün’s  an  seinen  älteren  Bruder  Ki
heisst  es:
Ich  ging  untersuchend  und  betrachtete  die  Geräthe  des
Fürsten  von  Tsao.  Die  weiten  und  engen  Kämme  waren
sämmtlich  vorhanden.

1  Die  von  Sching-hung-tschi  verfasste  Geschichte  von  King-tscheu.
            
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