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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Denkwürdigkeiten  von  chinesischen  Werkzeugen  und  Geräthen.

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Einst  waren  ein  Mann  und  dessen  Gattin,  die,  im  Begriffe ­
  von  einander  Abschied  zu  nehmen,  einen  Spiegel  zerbrachen. ­
  Ein  Jedes  nahm  eine  Hälfte  und  machte  sie  zu  einer
Beglaubigung.  Die  Gattin  hatte  mit  einem  Menschen  Umgang.
Der  Spiegel  verwandelte  sich  in  eine  Aelster.  Diese  entflog
und  kam  zu  dem  Manne.  Der  Mann  wusste  es  jetzt.  Dass  die
späteren  Menschen,  wenn  sie  einen  Spieg'el  g'iessen,  eine
Aelster  anbringen,  die  auf  dessen  Rücken  ausruht,  hat  hierin
seinen  Ursprung.  1
An  den  Bergthoren  zur  Seite  der  Paläste,  Einkehrhäuser
und  Seeufer  gab  es  mehrere  Steine.  Dieselben  waren  von  Gestalt ­
  rund  wie  ein  Spiegel,  und  man  konnte  sich  in  ihrem
Lichte  spiegeln.  Die  Menschen  nannten  sie  die  Steinspiegel.
Später  war  ein  Wanderer,  der  zu  dem  Orte  kam  und  einen
solchen  Stein  so  lange  dem  Feuer  aussetzte,  bis  er  nicht  mehr
hell  war.  Das  Auge  dieses  Menschen  verlor  das  Licht.  2
Will  man  wissen,  wo  Kostbarkeiten  sich  in  der  Erde  befinden, ­
  so  hält  man  in  der  Nacht  einen  grossen  Spiegel  hin.
\  Sieht  man  einen  Schatten  oder  ein  Glänzen  in  dem  Spiegel,  so
befinden  sich  daselbst  die  Gegenstände  in  der  Tiefe. 3
Das  Niederhalten  von  Dieben  und  Räubern  geschieht  auf
folgende  Weise.  Man  nimmt  sieben  kupferne  Spiegel  von  kleiner
Gestalt  und  vergräbt  sie  in  ausgedehnte  Erde.  Man  wägt
siebenhundert  Pfund  Erdreich  und  bedeckt  damit  die  Spiegel.
Die  Grube  sei  zwei  Schuh  fünf  Zoll  tief  und  zwei  Schuh  fünf
Zoll  breit.  Man  stampft  die  Erde  und  macht  sie  fest. 4
In  dem  Schreiben  Lö-ki’s  an  seinen  jüngeren
Bruder  Yün  heisst  es:  Vor  der  Vorhalle  der  Menschlichkeit ­
  und  Langjährigkeit  befand  sich  ein  grosser  viereckiger
Spiegel  von  Kupfer.  Derselbe  war  fünf  Schuh  hoch,  drei  Schuh
zwei  Zoll  breit.  Er  war  in  der  Mitte  des  Vorhofes  aufgestellt.
Wenn  man  sich  gegen  ihn  kehrte,  zeichnete  er  sofort  die
Gestalt  und  den  Leib  des  Menschen.  Dieses  ist  ebenfalls  ein
vollständiges  Wunder.

1  Das  Buch  der  göttlichen  Merkwürdigkeiten.
2  Die  Verzeichnisse  des  Dunklen  und  Hellen.
3  Die  Abbildungen  des  Erdspiegels.
4  Die  von  Eung-kiö  verfasste  Wahrsagung  des  Erforderlichen.
17*

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