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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Wahl  mul  Thronbesteigung  Adrian's  VI.

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die  Eroberung  Belgrads  den  Einfällen  der  Osmanen  offen  stehe.
Ein  Legat  mit  vielen  Predigern,  welche  auf  das  Volk  ein  wirken
müssten,  sollte  nach  Ungarn  gesandt,  der  König  von  Polen  und
der  Deutsch-Ordensmeister  zum  Frieden  oder  Waffenstillstand
gebracht  und  seihst  auch  auf  die  Moscowiter  eingewirkt  werden, ­
  damit  diese  ihre  Waffen  mit  den  anderen  Mächten  gegen
die  Osmanen  verbänden.  Ebenso  sei  nothwondig,  Legaten  zu
dem  Kaiser,  den  Königen  von  Frankreich  und  England  zu  senden ­
  und  alles  aufzubieten,  dass  die  lutherische  Pest  von  Grund
aus  ausgerottet  werde.
Das  Promemoria  wandte  sich  dann  der  Verwaltung  der
Gerechtigkeit  zu  und  rieth  dem  Papste,  privatim  nichts  dahin
Einschlägiges  zu  unterzeichnen,  sondern  alles  an  den  Vorstand
der  Justizbehörde  zu  verweisen.  Namentlich  aber  müsste  die
llota  als  allgemeines  Tribunal  des  christlichen  Erdkreises  mit
den  ausgezeichnetsten  Männern  besetzt  werden.  Kein  Bischof
dürfe  ferner  mehr  Anwalt  bei  der  Rota  sein.  Den  Auditoren
sollten  bestimmte  Besoldungen  neben  den  Sporteln  zukommen,
letztere  geregelt  werden;  die  Notare  und  Registratoren  ihr  Amt
selbst  verwalten,  der  Preis  der  Ausfertigungen  festgesetzt  und
vermindert  werden,  da,  was  früher  500  Ducaten  kostete,  jetzt
über  2000  zu  stehen  komme.  In  ähnlicher  Weise  verhalte  es
sich  mit  dem  Tribunal  eines  Uditore  della  camera,  wo,  was
früher  4  Ducaten  kostete,  jetzt  20  kostet.  Der  Wirkungskreis ­
  des  Senators  und  der  Richter  des  Capitols  müsste  gleichfalls ­
  reformirt  werden.  Fortwährend  baten  die  Römer,  es  möge
ihnen  die  Würde  eines  governatore  zurückgegeben  werden.  Es
erfolgten  Rathschläge  in  Betreff  der  ordentlichen  Legationen
(Avignon,  des  Patrimonium,  Perugia,  Mark,  Bologna);  diese
sollten  nur  auf  zwei  Jahre  Cardinälen  übergehen  werden,  nicht
auf  Lebenszeit,  und  zwar  müssten  diese  sie  selbst  verwalten.
Letzteres  sollte  überhaupt  von  allen  Verwaltungsstellen  gelten.
Der  Verfasser  rieth,  in  allen  Städten  Untersuchungen,  die  bis
auf  die  letzten  sechs  Jahre  hinaufreichten,  anstellen  zu  lassen,
um  den  nur  zu  gegründeten  Klagen  zu  begegnen.
Endlich  wandte  sich  die  Schrift  der  Untersuchung  der
Gründe  zu,  warum  denn  der  römische  Stuhl  gar  so  mit  Schulden ­
  belastet  und  um  seine  Einkünfte  gekommen  sei.  Sie
bezeichnete  als  solche  die  neuen  Aemter,  welche  P.  Leo  X.
            
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