Wahl und Thronbesteigung Adrian’a Yl.
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Riitlien und begann schon am 5. Sept. die 9000 Gesuche zu erledigen,
welche seit seiner Wahl auf ihn warteten. 1
Bereits am 1. September hatte die eigentliche Regierung
begonnen. Wohin aber sollten sich die Sorgen des Papstes
zuerst wenden, da der Kirchenstaat ebenso zerrüttet war als die
Kirche, die Christenheit ebenso uneinig als von äusseren Feinden
bedroht, und es ebenso an Willen wie an Macht, an Einsicht
wie an Mitteln fehlte, den zum hohen Berge angewachsenen
Uebelständen abzuhelfen. Zuerst war nothwendig die
Verordnung, ■welche alle Verfügungen des Cardinaiscollegiums
in Betreff von Pfründen seit dem Tage seiner Wahl für nichtigerklärte,
zu veröffentlichen und wäre es auch nur, um ihr jeden
Schein zu benehmen, als seie sie unkräftig, da er sie als gewählter
und nicht als gekrönter Papst gegeben hatte. Die
Verfügung war ein harter Schlag für das Cardinalscollegium,
die Vorschrift über die päpstliche Kanzlei war ohne ihr Wissen
und Zuthun in Spanien von dem Papste und dessen Vertrauten
ausgearbeitet worden, war direct gegen die Cardinäle gerichtet
und enthielt so das grösste Misstrauensvotum, welches der neue
Papst nur immer der alten Regierung geben konnte.
Das Nächste, was dann zu geschehen hatte, war die Einrichtung
des päpstlichen Hofstaates; die ganze Pracht und Herrlichkeit
Leo’s fiel hinweg. Als die Palefreniers dem neuen
Papst einen Abgeordneten schickten, dieser nun frag, wie viel
ihrer seien und hörte, nahe an hundert, machte Adrian das
Kreuz und meinte, ihm genügten vier hinlänglich; da es sich
aber zieme, dass er mehrere habe als die Cardinäle, wolle er
zwölf behalten. Die beiden flammändischen Kammerdiener,
welche er mitgebracht hatte, ruhige und schweigende Männer,
bedienten ihn. Sie waren bald Gegenstand boshafter Bemerkungen.
2 Adrian änderte in nichts seine frühere Lebensart.
Als die Cardinäle ihn baten, mehr Dienerschaft auzunehmen,
wies er auf die leeren Cassen hin, die ihm P. Leo hinterlassen;
zuerst müsse man die Kirche von den Schulden befreien.
Klagte man später, der Papst lebe wie in klösterlicher
Einsamkeit, so war gleich anfangs der Unterschied zu früher
1 Brew. n. 2506.
2 Vettori nennt sie stupidi e marmorei.