Wahl und Thronbesteigung Adrian’s VI.
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Wache zu Fuss, wie die dazu gehörigen Reiter hielten die Zugänge
zur alten Abtei besetzt, in deren wunderbarschönem
Kreuzgange nun die Cardinäle den Papst erwarteten. Dieser
hatte, wie gewöhnlich, am frühen Morgen celebrirt. Dann begab
er sich in das Chiostro, wo nun ein Cardinal nach dem
andern ihm die Hand küsste. Hierauf führten sie ihn in die
Kirche, wo erst am Grabe des h. Paulus die üblichen Gebete
verrichtet wurden, worauf sich Adrian auf einen Thron setzte
und von den Cardinälen die Huldigung empfing. Dann begab
sich der ganze Zug in die Sacristei, wo das Consistorium abgehalten
wurde. 1 Wahrscheinlich war es bei dieser Gelegenheit,
möglicher Weise auch schon im Chiostro, dass der Cardinalbischof
von Ostia, Bernardin Carvajal, in längerer wohlgesetzter
Rede die Freude ausdrückte, neun Monate nach dem
Tode Leo’s dessen tüchtigsten Nachfolger begrüssen zu können.
Er sprach mit grossem Freimuthe sodann, dass die Kirche unter
den jüngsten Päpsten mannigfache Mängel erlitten, wies darauf
hin, dass der grösste darin bestehe, wenn der Gewählte seine
Erhebung der Simonie verdanke. Es war eine indirecte Apologie
seines eigenen früheren Verfahrens, als er erwähnte, dass
zwar Alexander III. nur die Häresie als Hinderniss der Papstwahl
bezeichnet, andere Päpste aber, sowie das Constanzer und
Basler Concil und das jüngste lateranensische auch die Simonie
als von jeder kirchlichen Würde ausschliessend bezeichnet hätten.
Der gegenwärtige apostolische Senat habe alle Simonie ferne
gehalten, den Papst, ohne dass er darum gebeten oder sich in
die Wahl eingemischt, in seiner Abwesenheit gewählt. Der
Sprecher konnte von den früheren Conclaven am besten wissen,
welche Ausnahme dieser Fall bildete.
Es habe auch andere Krankheiten in der Kirche gegeben,
da es früheren Päpsten an richtigem Verständnisse (intellectus),
Willen, Wissen und Tugend gefehlt habe. Ja er sprach in der
härtesten Weise aus, dass in früheren Zeiten unwissende und
faule, mit vielen Lastern erfüllte, mit keinen Tugenden geschmückte
Päpste gewählt worden, was glücklicher Weise jetzt
ganz anders geworden sei. Adrians Wissenschaft bewiesen die
1 So nach Vettori, welcher wissen will, dass der Papst zuerst das Wort
ergriff.