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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Hofier.

an  4000  der  ersteren  und  192  gens  d’armes  wurden  erschlagen. 1
Auf  dies  zogen  sich  die  Franzosen  nach  Cremona,  die  Venetianer
  nach  Crema,  Bergamo  und  Brescia  zurück,  die  Schweizer
nach  Hause.  *
Während  auf  dieser  Seite  siegreich  gekämpft  wurde,  bereitete ­
  Prospero  Colonna  mit  den  Kaiserlichen  einen  kühnen
Ueberfall  Genua’s  vor.  Die  Vorbereitungen  waren  vortrefflich
eingeleitet,  die  Stadt  bereits  zur  Capitulation  vermocht,  als
Pefer  von  Navarra  mit  einer  Flottille  in  den  ITafen  einlief.
Als  nun  die  Unterhandlungen  abgebrochen  wurden,  stürmten  die
Spanier  durch  eine  Bresche  bei  der  Laternenseite  in  die  Stadt.
Vergeblich  boten  jetzt  die  Genuesen  Unterhandlungen  an,  die
reiche  Stadt  fiel  in  die  Hände  der  Angreifer,  die  sich  mit  der
Beute  bereicherten;  es  war  das  Vorspiel  des  sacco  di  Roma,
fünf  Jahre  später.  Nur  die  Castelle  von  Mailand,  Cremona
und  Novara  befanden  sich  noch  in  den  Händen  der  Franzosen.
Jetzt  kam  Girolamo  Adorno,  Bruder  des  von  den  Kaiserlichen ­
  eingesetzten  Herzogs  von  Genua,  nach  Saona,  den  Papst
nach  der  Stadt  der  Paläste  zu  geleiten.  Am  17.  August  erfolgte ­
  unter  dem  Donner  der  Kanonen  der  Einzug  Adrians  in
das  geplünderte  und  gedemüthigte  Genua,  dieses  Thor  Italiens,
das  jetzt,  den  Franzosen  versperrt  worden  war.  Am  darauf
folgenden  Tage  kamen  die  Oberbefehlshaber  des  kaiserlichen
Heeres  in  Italien,  Prospero  Colonna,  der  Marchese  Pescara,  Antonio ­
  von  Leiva,  der  Herzog  Franz  Sforza  von  Mailand,  mit
stattlichem  Gefolge  spanischer  und  deutscher  Soldaten  nach
Genua,  dem  Papste  ihre  Huldigung  darzubringen.  Ortiz  sagt,
sie  hätten  von  dem  Papste  Absolution  wegen  der  Verwüstung
Genua’s  begehrt,  aber  nicht  erlangt.  Giovio  berichtet,  sie  hätten
Adrian  über  den  Zustand  Italiens  belehren  wollen.  Er  selbst
schrieb  an  den  Kaiser,  er  habe  die  Herren,  um  keine  Zeit  zu
verlieren,  bereits  in  aller  Liebe  entlassen. 2  Noch  aus  dem
Hafen  von  Genua  empfahl  der  Papst  den  Girolamo  Adorno  dem

1  1.  c.  2247.
2  i9.  August.  Los  avemos  despedido  oy  con  t.oda  congratulacion  y  am'or.
Gacli.  p.  108.  Das  stimmt  denn  doch  schlecht  zu  der  Anekdote,  er  habe
ihnen  auf  ihr  Verlangen,  absolvirt  zu  werden,  gesagt:  nec  possum,  nec
debeo,  nec  volo.
            
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