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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Wahl  und  Thronbesteigung  Adrian's  VI.

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er  den  Cardinälen,  er  habe  bereits  seine  Bagage  voransgesebickt,
die  Flottille  sich  Barcelona  genähert,  als  daselbst  die  Pest  ausbrach ­
  und  er,  um  diese  nicht  nach  Italien  zu  bringen,  die  Flotte
nach  einem  andern  Hafen  habe  kommen  lassen.  Die  Absicht,
sich  eines  venetianischen  Schiffes  zu  bedienen,  sei  gescheitert.
Genuesische  Galeeren  seien  ihm  versprochen  worden;  im  entscheidenden ­
  Momente  habe  es  aber  geheissen,  dass  sie  ohne
besondere  Erlaubniss  des  Königs  von  Frankreich  nicht  kommen
dürften.  Die  neapolitanischen  und  sicilianischen  Galeeren  seien
gleichfalls  ausgeblieben  (kamen  aber  nachher)  1  —  und  da  K.  Karl
Spanien  zu  besuchen  beabsichtige,  seien  alle  Schiffe  zu  diesem
Zwecke  in  Beschlag  genommen.  So  hätten  sich  die  Schwierigkeiten ­
  gehäuft,  weshalb  er  auf  ihre  Eintracht  baue,  dass  sie
für  den  Frieden  der  Stadt  und  des  Kirchenstaates  sorgten.
Näheres  werde  ihnen  Wilhelm  von  Enkevort,  sein  Notar  und
Protonotar  mittheilen,  dem  er  ausführlich  geschrieben  habe. 2
Das  lateinische  Schreiben,  in  einem  ganz  anderen  Tone  gehalten, ­
  als  man  in  Italien  gewohnt  war,  konnte  nur  einen  frostigen ­
  Eindruck  machen.  Es  war  nach  dem,  was  am  1.  Mai
stattgefunden,  begreiflich,  dass  man  in  Rom  allmälig  erkannte,
Stadt  und  Kirche  hätten  einen  Herrn  erhalten,  welcher  die
letztere  nicht  mit  den  vorübergehenden  Interessen  einiger  vornehmen ­
  Familien  und  ihrer  Anhänger  zu  identificiren  gedenke.
Spanischer  Soits  reifte  ein  anderer  Plan  heran,  die  Schweizer
durch  den  Papst  von  Frankreich  zu  trennen.  Der  Herr  de  la
Chaux  schrieb  deshalb  an  den  Papst,  um  ihn  aufmerksam  zii
machen,  dass  jetzt  die  beste  Gelegenheit  gekommen  sei,  gegen
die  Franzosen  aufzutreten,  welche  ihn  zum  blossen  Messeleser ­
  machen  wollten.  Er  möge  die  Schweizer,  wie  sie  sich
von  den  Franzosen  losgemacht,  deshalb  als  gute  Söhne  der
Kirche  beloben. 3  Man  müsse  die  Franzosen,  welche  bisher
gewohnt  waren,  die  Christenheit  zu  verwirren,  dahin  bringen,
dass  sie  ihre  Nachbaren  in  Frieden  Hessen.
•  Sie  verliessen  am  20.  Mai  Livorno.  Brew.  n.  2278.
2  Gach.  p.  85.  In  gleicher  Weise  und  von  demselben  Datum  schrieb  Adrian
an  den  Senat  und  das  Volk  von  Rom.
3  Adrian  hatte  auch  sowohl  an  die  Schweizer,  als  an  Prospero  Colonna  geschrieben. ­
  Diese  Schreiben  wurden  dann  Gegenstand  der  Erörterung  iu
*  den  Briefen  mit  Franz  I.
            
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