Wahl und Thronbesteigung Adrian's VI.
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er den Cardinälen, er habe bereits seine Bagage voransgesebickt,
die Flottille sich Barcelona genähert, als daselbst die Pest ausbrach
und er, um diese nicht nach Italien zu bringen, die Flotte
nach einem andern Hafen habe kommen lassen. Die Absicht,
sich eines venetianischen Schiffes zu bedienen, sei gescheitert.
Genuesische Galeeren seien ihm versprochen worden; im entscheidenden
Momente habe es aber geheissen, dass sie ohne
besondere Erlaubniss des Königs von Frankreich nicht kommen
dürften. Die neapolitanischen und sicilianischen Galeeren seien
gleichfalls ausgeblieben (kamen aber nachher) 1 — und da K. Karl
Spanien zu besuchen beabsichtige, seien alle Schiffe zu diesem
Zwecke in Beschlag genommen. So hätten sich die Schwierigkeiten
gehäuft, weshalb er auf ihre Eintracht baue, dass sie
für den Frieden der Stadt und des Kirchenstaates sorgten.
Näheres werde ihnen Wilhelm von Enkevort, sein Notar und
Protonotar mittheilen, dem er ausführlich geschrieben habe. 2
Das lateinische Schreiben, in einem ganz anderen Tone gehalten,
als man in Italien gewohnt war, konnte nur einen frostigen
Eindruck machen. Es war nach dem, was am 1. Mai
stattgefunden, begreiflich, dass man in Rom allmälig erkannte,
Stadt und Kirche hätten einen Herrn erhalten, welcher die
letztere nicht mit den vorübergehenden Interessen einiger vornehmen
Familien und ihrer Anhänger zu identificiren gedenke.
Spanischer Soits reifte ein anderer Plan heran, die Schweizer
durch den Papst von Frankreich zu trennen. Der Herr de la
Chaux schrieb deshalb an den Papst, um ihn aufmerksam zii
machen, dass jetzt die beste Gelegenheit gekommen sei, gegen
die Franzosen aufzutreten, welche ihn zum blossen Messeleser
machen wollten. Er möge die Schweizer, wie sie sich
von den Franzosen losgemacht, deshalb als gute Söhne der
Kirche beloben. 3 Man müsse die Franzosen, welche bisher
gewohnt waren, die Christenheit zu verwirren, dahin bringen,
dass sie ihre Nachbaren in Frieden Hessen.
• Sie verliessen am 20. Mai Livorno. Brew. n. 2278.
2 Gach. p. 85. In gleicher Weise und von demselben Datum schrieb Adrian
an den Senat und das Volk von Rom.
3 Adrian hatte auch sowohl an die Schweizer, als an Prospero Colonna geschrieben.
Diese Schreiben wurden dann Gegenstand der Erörterung iu
* den Briefen mit Franz I.