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Hofier.
Wir wissen aus dem Schreiben des Bischofs von Bayeux
aus Lyon vom letzten April 1523, dass ein Brief Adrians diese
Umstimmung hei K. Franz hervorgerufen hatte. Der Königerklärte,
er wolle nur Frieden machen, wenn Adrian die Vermittelung
übernähme. 1 Jetzt wurde die Unhöflichkeit des ersten
Schreibens auf den Einfluss des französischen Kanzlers geschoben;
man hegte offenbar am französischen Hofe die Hoffnung,
Adrian von der spanischen Politik zu trennen und hoffte auf
eine Neutralität, zu welcher sich der Papst schon nach seiner
Gemüthsart zuwandte. Offenbar war aber auch am französischen
Hofe die Besorgniss vorhanden, es möchte durch eine jetzt
gezeigte Friedensliebe der Gedanke erregt werden, man fürchte
sich vor den Feinden. Die Antworte^ sowohl der Königin-Mutter
Louise von Savoyen, als der Schwester Königs Franz,
der Herzogin von Alengon, auf die (verloren gegangenen Schreiben
Adrians) vom 23. Juni tragen ganz auffallend dieses Gepräge.
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Der Papst hatte bereits in Betreff der Unzuverlässigkeit
der Franzosen, die immer schöne Worte machten, dann aber
handelten, wie es ihnen gefalle, eine unangenehme Erfahrung
gemacht. Ein römischer Courier zog mit einem Passe (salvo
conducto) nach Frankreich, als er dort war, ward der Pass als
unzureichend erklärt. Dies bestimmte den Papst, den Seeweg
einzuschlagen. Allein, die Galeeren von Neapel und Sicilien
hielt jetzt Don Juan Manuel zurück 3 und in Catalonien fanden
sich nicht genug Transportschiffe, um die Reise sobald anzutreten.
Insbesondere war aber der Antheil, welchen der Cardinal
von Santa Croce, Don Juan Manuel und der Kaiser
an der Papstwahl genommen, Gegenstand brieflicher Auseinandersetzung.
Karl V. und seinem Botschafter in Rom
gegenüber behauptete Adrian nicht nur eine andere Auffassung
des Benehmens des Cardinais, sondern auch, dass wohl das
Cardinaiscollegium niemals Jemanden gewählt hätte, der K. Karl
1 Lettere di principi. Venezia 1581. I. f. 100.
2 1. c. f. 102.
3 Nach dem Schreiben Adrians an Don Juan Manuel vom 17. Mai gestaltete
sich jedoch die Sache besser. Gach. n. XXV.