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Hofier.
Manu, fest in seinen Entschlüssen, der von den Pfründen urtheile,
er wolle diese mit Männern versehen, nicht letztere mit
Pfründen, und nur mit Mühe bewogen werden konnte, einem
Neffen eine Pfründe von 70 Ducaten mit einer andern von
100 Ducaten zu vertauschen. Man hoffte, den Papst im Monat
Mai in Rom zu sehen. 1 Man kann sich vorstellen, wie diese
Schilderungen Furcht und Hoffnung erwecken mussten, je nachdem
die Einzelnen Fortsetzung des Unwesens P. Leo’s oder
eine Reform erwarteten. Es ward von den Bessergesinnten freudig
aufgenommen, dass der Papst sich so günstig für Jacob
Sadolet, Bischof von Carpentras, ausgesprochen hatte, den er
in seinem Amte als Secretair erhalten zu sehen wünschte. 2
Von dem Herzoge von Najera bewogen, begab sich Adrian
am 17. März nach Najera und von da nach Logronno. Der
feierlichste Empfang, zu welchem sich Adel, Geistlichkeit und Volk
rüsteten und von allen Seiten herbeiströmten, die Stadt sich mit
Triumphbogen schmückte, Declamanten ihre einstudirten Reden
bereit hielten und die Geschütze ertönten, wartete seiner. Allein
von Hitze und Ermattung gequält, eilte der Papst, welcher erst
seinen 63. Geburtstag gefeiert hatte, in das Haus des Don Rodrigo
de Cabrado, mühsam der Menge sich entwindend, die ihm
die Füsse küsste und sich um ihn drängte. In Logronno blieb
er nach dem (1527) abgefassten Itinerar zwei oder drei Tage;
nach Petrus Martyr zwei Tage. Es fehlte an Allem. Er war
in der That ein armer Papst, der jetzt Nachfolger des reichen
Mediceers wurde, welcher wie mit der Kirche, so auch mit
ihren Geldern fertig geworden war.
Eiue der wichtigsten Angelegenheiten, welche den Papst
in Spanien betrafen, ergab sich hier in Logronno. Sie betraf
die Bulle über die sogenannte Cruzada, P. Leo hatte zum
Zwecke des maurischen Krieges den Ertrag einer Kreuzbulle
gegen Ablieferung von 20,000 Ducaten an ihn gestattet; 100,000
Ducaten hatten die spanische Regierung getroffen. Kaum dass
1 Vetori, dessen Bericht wir' dieses verdanken, setzt hinzu: er hoffe, der
Papst werde diese guten Absichten ausführen, zweifle aber, essendo la
corte piii corrotta che fosse mai, non vi vedo alcuna disposizione atta a
ricever cosi tosto queste buone intenzioni.
2 Lettere di principi p. 98 a.