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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Höfl  er.

traclit  seiner  schwachen  Kräfte  darüber  nicht  freue.  Er  wünsche
und  bedürfe  Ruhe  und  nicht  eine  so  unerträgliche  Last.  Er
habe  bisher  die  Wahl  nicht  angenommen  und  gedenke  es  erst
(öffentlich)  zu  thun,  wenn  die  nöthigen  Instrumente  des  Cardinaläöollegiums
  in  seinen  Händen  seien,  könne  aber  denn  doch
das  Amt  eines  Governador  nicht  mehr  bekleiden.  Er  fürchtete,
die  Angelegenheiten  des  Kaisers  möchten,  wenn  er  fortgehe,
eine  nicht  gute  Wendung  nehmen,  dem  Kaiser  selbst  seine
Wahl  nicht  lieb  sein  und  besorgte  Nachstellungen  von  Seiten
der  Franzosen,  wenn  er  nach  Rom  gehe.  Das  Uebrige  bezog
sich  auf  einen  Brief  des  Kaisers  vom  11.  December.
Der  Papst  hatte  damals  das  Schreiben  noch  nicht  in  Händen, ­
  welches  der  Kaiser  unmittelbar  auf  die  Nachricht  von  der
Wahl  Adrians  (25.  Januar)  dem  Lopez  Hurtado  de  Mendoza  nach
Vitoria  mitgegeben  und  in  welchem  er  Adrian  seine  ungemeine
Freude  über  das  Ereigniss  ausdrückte.  Aus  seinen  Händen,
einer  ihm  so  vertrauten  Persönlichkeit,  einem  Landsmanne,
hoffe  er  die  Kaiserkrone  zu  empfangen.  Gemeinsam  wollten
sie  die  Vermehrung  des  katholischen  Glaubens,  die  Zurückführung ­
  und  Besserung  der  Irrthümer  übernehmen.  Er  wolle
mit  ihm  das  gleiche  Schicksal  tragen  und  bot  dem  Neugewählten ­
  seine  Person,  sein  Besitzthum,  seine  Staaten  an.  Er  beauftrage ­
  seine  Gouverneure,  ihm  in  Allem  zu  dienen  und  sich
ihm  zur  Verfügung  zu  stellen,  wie  sein  Eigenthum,  da  er  selbst
sein  gehorsamster  und  wahrhaftester  Schüler  und  Sohn  sei.
Während  man  am  kaiserlichen  Hofe  sich  den  grössten
und  freudigsten  Hoffnungen  hingab,  war  der  Mann,  welchem
die  höchste  Würde  der  Christenheit  zugekommen  war,  wie  unbewegt ­
  im  Sturme  des  Lebens  geblieben.  ,Es  wird  wohl  Niemanden ­
  geben,  schrieb  er  an  seinen  th  euren  Freund,  den  Herrn
Doctor  Florentius  Oem  von  Wyngarden,  Syndicus  von  Utrecht,
der  nicht  sich  wundern  würde  und  erstaunt  wäre,  dass  ein
armer,  Allen  beinahe  unbekannter  Mann,  noch  dazu  so  weit
entfernt,  von  den  in  dem  Einen  übereinstimmenden  Cardinälen
zum  Nachfolger  Christi  erwählt  wurde.  Allein  Gott  ist  es  leicht,
die  Armen  rasch  zu  erheben.  Ich  bin  über  diese  Ehre  nicht
von  Freude  erfüllt  und  fürchte  mich,  eine  so  grosse  Last  auf
mich  zu  nehmen.  Ich  möchte  viel  lieber  statt  der  päpstlichen,
cardinalizischen  und  bischöflichen  Würde  in  meiner  Propstei
            
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