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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Hiifler.

9.  Februar  erlangte  der  Papst  die  sichere  Nachricht,  als  Don
Antonio  de  Stiulillo,  Kämmerer  des  Cardinais  Carvajal  endlich
die  wegen  des  ungewöhnlichen  Schneefalles  so  hoch  gestiegenen
Beschwerden  des  Weges  besiegte  und  das  Walildecret  überbrachte. ­
  Er  las  es  und  hiess,  ohne  Weiteres  zu  reden,  die  Ermüdeten ­
  sich  zur  Kühe  begeben,  und  kaum  verrietli  ein  leises
Nicken  des  Kopfes,  dass  er  mit  dem  Inhalt  der  Briefschaft
zufrieden  sei.  Man  glaubte  eher,  er  werde  es  ablehnen,  da  er
das  Pontificat  mit  so  geringer  Heiterkeit  annahm.
Kaum  war  die  Nachricht  bekannt  geworden,  so  strömte
auch  schon  von  allen  Seiten  die  Masse  nach  Vitoria,  theils  den
Segen  des  neuen  Papstes  zu  erlangen,  theils  irgend  einer  Gnade
theilhaftig  zu  werden.  Adrian  aber  nahm  nun  seinen  Aufenthalt
im  Kloster  des  h.  Franciscus,  oblag  wie  vorher  den  Staatsgeschäften, ­
  hielt  sich  aber  von  der  herbeiströmenden  Masse
zurück  und  verschob  selbst,  dem  Abgesandten  eine  entschiedene
Antwort  zu  geben.  Es  kann  sein,  dass  er  fortwährend  die  Abgesandten ­
  des  h.  Collegiums  erwartete,  aber  die  Legaten  blieben
fortwährend  aus.  Erst  am  16.  Februar  berief  er,  nachdem  er
Messe  gelesen,  seinen  Leibarzt,  den  Doctor  de  Agreda,  den
Blasio  Ortiz,  welchen  er  zu  seinem  Kaplan  erhoben,  und  den
Secretair  der  Generalinquisition  von  Aragonien,  Don  Juan
Garcia,  zu  sich,  befahl  Niemanden  in  das  Gemach  zu  lassen
und  eröffnete  nun  diesen,  nachdem  er  so  lange  Zeit  mit  sich
die  wichtige  Angelegenheit  berathen,  seine  Willensmeinung.
Obwohl  er  wisse,  dass  in  diesem  Leben  und  zu  dieser  Zeit
den  Menschen  nichts  leichter  und  angenehmer  erscheine,  als
die  Würden  eines  Bischofs  und  Papstes,  so  gebe  es  doch  für
denjenigen,  welcher  an  die  Rechenschaft  denke,  die  darüber
abzulegen  sei,  sobald  man  nicht  in  der  Weise  kämpfe,  wie
unser  Heerführer  Christus  getlian,  kaum  eine  grössere  Gefahr.
Weise  er  die  ihm  nun  durch  Don  Antonio  als  sicher  mitgetheilte
  Wahl  zurück,  so  besorge  er,  dass  der  allgemeinen  Kirche
noch  grössere  Verlegenheiten  entständen.  Er  sei  durch  den
unerforschlichen  Rathschluss  Gottes  zu  der  neuen  Würde  berufen; ­
  er  habe  beschlossen,  sie  in  der  Hoffnung  auf  den  göttlichen ­
  Beistand  anzunehmen  und  hoffe  mit  diesem  ein  tauglicher ­
  Diener  der  göttlichen  Gnade  zu  werden.  De  Agreda
            
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