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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Wahl  und  Thronbesteigung  Adrian's  Vf.

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nach  seiner  unheilvollen  Seite  noch  viele  Jahre  fortsetzen.  1
So  lange  hatten  die  Cardinäle  es  keinem  von  ihnen  gegönnt,
so  lange  jeder  für  sich  das  Papstthum  in  Anspruch  genommen
und  nur  nach  seinen  Interessen  gewählt,  die  definitive  Wahl
hinausgezogen,  bis  sie  endlich  den  wählten,  welcher  der  Mehrzahl ­
  von  ihnen  gleich  unbekannt  war.  Dann  in  der  Paralysirung
  ihrer  gegenseitigen  Interessen  fanden  sie  den  Einheitspunkt ­
  für  Alle.  Da  war  dann  der  Deutsche,  der  Barbar
recht,  die  Erbschaft  Leo’s  X.  anzutreten  2  und  die  Regierung
der  Kirche  aus  den  unheilvollsten  Händen  zu  übernehmen,  wie
es  einst  Clemens  II.  gethan,  wie  es  Leo  IX.  gethan,  als  Xiemand
mehr  Papst  werden  wollte.  Sie  selbst  aber  hatten  jetzt  Hausarrest. ­
  Sie  durften  sich  vor  dem  Pöbel  Roms  nicht  auf  der
Strasse  zeigen.  Es  sei  eine  Schmach,  berichtet  Pace  an  Wolsev
28.  Januar,  welche  Schandverse  auf  sie  verbreitet  seien. 3

§•  2.
You  der  Wahl  Adrians  VI.  bis  zur  Krönung.
9.  Januar  —  31.  August  1522.
Nachdem  die  Wahl  stattgefunden  hatte,  dem  römischen
Volke  und  der  gesammten  Christenheit  das  fröhliche  Ereigniss
ausgerufen  worden  war,  benachrichtigte  das  Cardinalseollegium
den  Gewählten,  er  sei  am  39.  Tage  nach  dem  Tode  P.  Leo  s  X.
im  eilften  Scrutinium,  Morgens  um  die  8-  Stunde  von  allen
Cardinälen,  Einen  ausgenommen,  der  sich  wegen  Krankheit
ferne  gehalten,  gewählt  worden. 1  Sie  drückten  ihm  ihre  Freude
über  das  Ereigniss  aus,  benachrichtigten  ihn,  dass  der  Gewohnheit ­
  gemäss  drei  Legaten  sich  zu  ihm  verfügen  würden,  seine
Erklärung  entgegenzunehmen,  und  baten  ihn,  sobald  wie  möglich ­
  sich  Italien  zu  nähern,  damit  ihm  die  Gesandten  entgegen-1

  Guiceiardiiii  libro  XIV.  p.  1108.
2  Nach  K.  Franz  I.  betragen  seine  Schulden  1,200,000  Kronen,  whieh  the
rieit  pope  will  have  to  pay.  Fitzwilliam  an  Wolsey.
3  Brewer  n.  1995.
1  Gaehard  n.  II.  Am  10.  Jan.  kannte  man  bereite  in  Ferrara  die  am  9.
vollzogene  Wahl.  "Documenti  d'ist.  iial.  1.  p.  150..
            
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