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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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für  wünschenswert!}  und  nothwendig  erachteten;  er  gedenke
dann  die  Mühe  auf  sich  zu  nehmen,  um  beide  Majestäten  zu
erhöhen.  Bereits  erklärte  K.  Heinrich,  beide  Majestäten  (er  und
Karl)  würden  wie  Vater  und  Sohn  über  den  römischen  Stuhl
verfügen  nach  ihrer  Autorität  und  ihrer  Macht  wie  über  ihr
Eigenthum  und  würden  dann  dem  ganzen  Erdkreise  Gesetze
vorschreiben.  1  Der  Bischof  von  Badajoz  verhehlte  hiebei  nicht,
K.  Karl  aufmerksam  zu  machen,  welchen  Vortheil  Wolsey  hiebei ­
  habe,  ob  er  nun  jetzt  gewählt  werde  oder  nicht.
Noch  offener  rückte  Wolsey  mit  seiner  Meinung  bei  einer
andern  Unterredung  mit  dem  Bischöfe  von  Badajoz,  Gesandten
K.  Karls  am  Londoner  Hofe,  heraus.  Als  ihm  der  Bischof  die
gute  Absicht  seines  Gebieters  in  Betreff  der  Erhebung  Wolsey’s
zur  päpstlichen  Würde  mitgetheilt,  rieth  dieser,  der  Kaiser
möge  seine  Truppen  vor  Rom  rücken  lassen  und  könnten  dann
die  Cardinäle  nicht  gutwillig 2  dazu  gebracht  werden,  ihn  zu
wählen,  so  sollten  sie  doch  gehindert  werden,  einen  Anhänger
des  französischen  Königs  zu  wählen,  da  sonst  die  Zerstörung
von  Neapel  und  Sicilien  und  damit  der  ganzen  Christenheit
erfolge.  Allem  diesen  werde  durch  seine  Wahl  abgeholfen.
Denn  dann  wollte  er  die  Kaiserkrone  auf  das  Haupt  Karls
setzen,  seinen  eigenen  König  erheben,  hierauf  gegen  die  Franzosen, ­
  dann  gegen  die  Osmanen  ziehen  und  an  beiden  Feldzügen ­
  auf  Seite  des  Kaisers  und  des  Königs  persönlichen  Autheil
  nehmen. 3
Ehe  ihm  noch  die  Tiara  zu  Theil  wurde,  begann  es  in
dem  Haupte  zu  schwindeln,  dass  dies.e  schmücken  sollte.
Diese  Erklärungen  und  die  Bereitwilligkeit,  100,000  Dukaten ­
  für  die  Wahl  zu  opfern,  beweisen  hinlänglich,  welche
Pläne  bei  Wolsey  vorkamen.  Es  mag  hiemit  in  Verbindung
stehen,  was  wir  aus  einem  spätem  Briefe  P.  Adrians  an  den
Kaiser  wissen, 4  dass  dem  kaiserlichen  Gesandten  in  Rom,  Don
1  et  dabunt  universo  orbi  legem.  1.  c.  p.  ötO.
2  by  good  öfters.
3  He  said  the  election  should  not  be  lost  for  want  of  100,000  ducats  and
that  Francis  rekoned  he  had  22  cardinals  in  bis  favour  front  whicli  Ute
bishop  perceives  that  he  offered  Wolsey  their  votes  and  his  influence.
  Schreiben  vom  24.  Dec.  1521  bei  Brewer  n.  1821.  Actenstücke
  S.  523.
4  21.  Nov.  1522.  Gachard  n.  XLY1.  p.  137.
            
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