176
TT ö fTer.
für wünschenswert!} und nothwendig erachteten; er gedenke
dann die Mühe auf sich zu nehmen, um beide Majestäten zu
erhöhen. Bereits erklärte K. Heinrich, beide Majestäten (er und
Karl) würden wie Vater und Sohn über den römischen Stuhl
verfügen nach ihrer Autorität und ihrer Macht wie über ihr
Eigenthum und würden dann dem ganzen Erdkreise Gesetze
vorschreiben. 1 Der Bischof von Badajoz verhehlte hiebei nicht,
K. Karl aufmerksam zu machen, welchen Vortheil Wolsey hiebei
habe, ob er nun jetzt gewählt werde oder nicht.
Noch offener rückte Wolsey mit seiner Meinung bei einer
andern Unterredung mit dem Bischöfe von Badajoz, Gesandten
K. Karls am Londoner Hofe, heraus. Als ihm der Bischof die
gute Absicht seines Gebieters in Betreff der Erhebung Wolsey’s
zur päpstlichen Würde mitgetheilt, rieth dieser, der Kaiser
möge seine Truppen vor Rom rücken lassen und könnten dann
die Cardinäle nicht gutwillig 2 dazu gebracht werden, ihn zu
wählen, so sollten sie doch gehindert werden, einen Anhänger
des französischen Königs zu wählen, da sonst die Zerstörung
von Neapel und Sicilien und damit der ganzen Christenheit
erfolge. Allem diesen werde durch seine Wahl abgeholfen.
Denn dann wollte er die Kaiserkrone auf das Haupt Karls
setzen, seinen eigenen König erheben, hierauf gegen die Franzosen,
dann gegen die Osmanen ziehen und an beiden Feldzügen
auf Seite des Kaisers und des Königs persönlichen Autheil
nehmen. 3
Ehe ihm noch die Tiara zu Theil wurde, begann es in
dem Haupte zu schwindeln, dass dies.e schmücken sollte.
Diese Erklärungen und die Bereitwilligkeit, 100,000 Dukaten
für die Wahl zu opfern, beweisen hinlänglich, welche
Pläne bei Wolsey vorkamen. Es mag hiemit in Verbindung
stehen, was wir aus einem spätem Briefe P. Adrians an den
Kaiser wissen, 4 dass dem kaiserlichen Gesandten in Rom, Don
1 et dabunt universo orbi legem. 1. c. p. ötO.
2 by good öfters.
3 He said the election should not be lost for want of 100,000 ducats and
that Francis rekoned he had 22 cardinals in bis favour front whicli Ute
bishop perceives that he offered Wolsey their votes and his influence.
Schreiben vom 24. Dec. 1521 bei Brewer n. 1821. Actenstücke
S. 523.
4 21. Nov. 1522. Gachard n. XLY1. p. 137.