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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  ein  Capitel  aus  Aristoteles 1  Politik.

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1179  a  4,  dass  zur  Eudaemonie  zwar  ein  gewisses  Mass  xijs
iy.zbq  eiwjixepl«c,  aber  nicht  ein  Uebermass  erforderlich  sei:  ouvaxbv
  Bs  y.od  p.rj  ap/ovxa  yrjq  xai  OaXaxxr,?  -paxxsiv  xd  x,aXa.  Vgl.  Rhetor.
2,  12.  1389  a  24  xcl;  äi  vdoi?  x'o  p.ev  piXXsv  -oXb  x'o  Be  TrapshrfAu-0b<;
  ßpa/6.  x^  yap  xrpwxr)  - ^p.epa  p.ep.vrjaöai  p.ev  oboev  otöv  xs,  eXiu'^etv
Bs  savxa,  und  in  der  Poetik  c.  7  das  i^wov  p.uptwv  oxaSi'wv  und  exaxov
xpaywBi'ac  aYwvtXecÖai,  das  man  sogar  missverstehen  konnte.  Die
äusserste  Feigheit  zu  bezeichnen,  wird  auch  Nikom.  Eth.
7,  6.  1149  a  8  der  analoge  Ausdruck  BeBtsvat  Txavxa  y.dv
p.uc  gebraucht,  und  die  Weise,  wie  Aristoteles  Nik.  Eth.  10,  8.
1178  b  10  den  Gedanken,  dass  den  Göttern,  die  Alle  für  glückselig ­
  halten,  nach  Aussen  gerichtetes  Handeln  nicht  zukommt,
exemplificirt,  ist  fast  allein  genügend,  zu  zeigen,  dass  hierin
nicht  eine  auf  eine  besondere  Schriftengattung  beschränkte,  sondern ­
  allgemeine  Manier  des  Aristoteles  sich  kundgibt.
Doch  die  Worte  selbst,  in  denen  der  Gegensatz  des
Massigen  (ywcppwv)  gezeichnet  wird,  aue^öp.evov  Be  gyjOevo?,  av  etv.-Öup^cr)
  xoö  oayftv  ixietv,  xwv  ea/äxojv,  haben  ein  kritisches  Bedenken ­
  hervorgerufen.  Coray  nämlich  fand  den  Artikel  bei
"dem  Infinitiv  nach  eTuO'jp.eiv  verdächtig  und  änderte  den  Artikel
in  die  Enklitika  xou.  Bernays  (S.  158)  findet  grössere  Schwierigkeit ­
  im  Gedanken:  'denn  die  sTxtöup.ta  richtet  sich  auf  noch
ganz  andere  Dinge  als  das  blosse  "Essen  und  Trinken;”  und
da  ein  hoher  Grad  von  Hunger  und  Durst  auch  die  sonst
Massigen  zu  “dem  Aeussersten  (scyy/xa)”  treiben  kann,  so  würde
Aristoteles,  wenn  er  diese  Art  von  Begierde  hier  hätte  hervorheben ­
  wollen,  gewiss  eine  nähere  Bezeichnung  dos  Schlemmers
oder  Feinschmeckers  nöthig  gefunden  haben.’  Daher  Bernays
blos  av  £7xi6üp.v;cjY)  für  aristotelisch  hält,  das  ein  Glossator  durch  das
geläufigste  Beispiel  von  Begehrlichkeit  illustrirt  hätte.  Allein
bei  dem  so  verallgemeinerten  und  auf  alle  Begierden  erstreckten
äv  sk'.Ouij.vjcrr]  verliert  der  Ausdruck  d-eyöp.evov  p.Y)0ävbc  xwv  eaxdxwv
an  Bestimmtheit  und  Klarheit,  wie  man  auch  an  Bernays’
Uebersetzung  empfindet:  'selbst  nach  dem  Abscheulichsten
greift,  wenn  ihn  eine  Begierde  ankommt.’  Der  Gegensatz  der
GwcppoG’jvv)  umfasst  freilich,  wie  diese  selbst,  mehr  als  das  blosse
Essen  und  Trinken,  aber  in  dem  hiesigen  Zusammenhang  war
es  nicht  erforderlich,  den  ganzen  Inhalt  der  Giocpscuvr,  von  ihrer
Kehrseite  aufzuweißen,  sondern  es  genügte,  Eine  Seite,  welche
            
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