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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Hofier.

g'arns  zu  denen  Deutschlands,  zu  den  Communen  Spaniens  fortzog ­
  und  höchstens  in  Frankreich  an  Contiuuität  litt,  da  dort
noch  der  König  schalten  und  walten  konnte,  als  hätte  er  nur
die  Aufgabe  den  Ausspruch  wahr  zu  machen,  den  man  ihm
beilegte,  König  von  Thieren  und  nicht  von  Menschen  zu
sein.  Das  Zeitalter,  welches  auf  allen  Gebieten  der  menschlichen ­
  Kunst  so  Grosses  geleistet,  hatte  sich  in  socialer  Beziehung ­
  als  unfruchtbar  erwiesen;  man  kann  es  wohl  sagen,
auch  nicht  Eine  jener  Frag-en  gelöst,  welche  das  ideenreiche
XY.  Jahrhundert  angeregt  hatte.  So  wie  die  Dinge  bei  dem
Tode  Leo’s  X.  sich  ausnahmen,  war  daher  für  die  nächste  Zukunft
nur  die  Wahl  zwischen  einem  kirchlich  -  weltlichen  Absolutismus ­
  oder  einer  Revolution,  welche,  wo  sie  siebte,  dem  in  den
übrigen  Ländern  angehäuften  Zündstoffe  den  Funken  zur  allgemeinen ­
  Explosion  verschaffte.  Und  da  sollten  nun  jene  jugendlichen ­
  Fürsten  helfen,  wie  K.  Karl,  K.  Franz,  K.  Heinrich  von -
England,  der  Knabe  Ludwig  von  Ungarn-Böhmen,  dieser  Spielball
  für  Slaven  und  Magyaren,  denen  sich  als  gemeinsamer  Gegner ­
  der  jugendliche  Soliman,  prangend  in  der  Fülle  der  Kraft
und  Stärke,  gegenüber  stellte,  oder  das  Cardinalscollegium,  das
Leo  nur  deshalb  so  sehr  erweitert  zu  haben  schien,  um  nach
aussen  den  Anstand  zu  beobachten,  in  Wirklichkeit  aber  einer
Anzahl  italienischer  Cardinäle  es  möglich  zu  machen,  das  unwürdige ­
  Spiel  der  Ausbeutung  der  Christenheit,  die  systematische ­
  Vereitlung  aller  noch  so  gut  angelegten  Reformplane  ungestört ­
  in  alle  Ewigkeit  fortzuführen,  wie  sie  es  seit  einem
halben  Jahrhunderte  unter  einem  halben  Dutzend  meist  simonistischer
  Päpste  getrieben  hatten.  War  es  denn  doch  schon
beinahe  gleichgültig,  wer  Papst  würde,  ein  Cibo  oder  ein  Medici, ­
  Innocenz  VIII.  oder  Alexander  VI.  So  lange  nicht  das
Cardinalscollegium  von  Grund  aus  verändert  wurde,  in  dieses
die  strengen  Principien  der  früheren  Zeiten  einzogen,  war  keine
Hoffnung  des  Besserwerdens  vorhanden;  welcher  Papst  aber,  der
selbst  aus  dem  Sclioosse  dieser  Männer  hervorgegangen  war,
hätte  die  Kraft,  die  Einsicht,  den  Willen  und  die  Macht  besessen,
gegen  seinen  eigenen  Ursprung  aufzutreten?  Eine  leise  Hoffnung ­
  beruhte  daher  wohl  darauf,  dass  jener  Nichtitaliener  gewählt ­
  würde,  welcher  wie  kein  anderer  die  Fäden  der  westeuropäischen ­
  Politik  in  seinen  Händen  hielt,  und,  wenn  ein
            
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