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Hofier,
Staates zu Fürstenthümern gelange. Allein M T ar dieses etwas
anderes als was man bei Innocenz VIII. zu Gunsten der Cibo’s,
bei Alexander VI. zu Gunsten der Borgia’s, bei Julius II. zu
Gunsten der Rovere’s erlebt hatte? Und wenn es bei Leo X.
nicht in dieser Art geschehen war, so lag die Ursache darin,
dass bei den Mediceern die Haupttendenz der Politik darauf
gerichtet war, ihrem Geschlechte den Besitz von Florenz theils
zu verschaffen, theils zu erhalten. Gerade um die Person des
Cardinais von Medici drehte sich die ganze Politik derjenigen
Fürsten, welche schon wegen Italiens an der Papstwahl unmittelbar
betheiligt waren. K. Franz I. sah in dem Cardinal
von Medici die Ursache des französisch - italienischen Krieges,
seiner eigenen Niederlage, des Verlustes von Italien für die
Franzosen. Er gedachte jetzt das Verlorene wieder zu gewinnen,
Mailand zu erobern. Er verfügte über zehn Cardinäle
und war so entschlossen, die Wahl des Cardinais von Medici
zu hindern, dass er erklären Hess, würde dieser gewählt, so
solle auch kein Mann in seinem Königreiche mehr der römischen
Kirche gehorchen. 1 Dies war klar gesprochen und die
öfter ausgesprochenen Befürchtungen, es möchte zum Schisma
kommen, waren daher nichts weniger als grundlos.
Von den älteren Cardinälen war der Venetianer Grimani,
Sohn des Dogen, dem Tode nahe. Er eilte zum Conclave,
musste aber mit dem Tode ringend aus diesem hinweggebracht
werden. 2 Bernardinus Carvajal, ein Spanier, hatte schon nach
dem Tode Pius III. Aussicht, Papst zu werden. Der Umstand,
dass er übergangen wurde, mag nicht ohne Einfluss geblieben
sein, dass er nachher Iv. Ludwig XII. die Hand bot, um gegen
Julius II. als Gegenpapst aufzutreten. Doch wurde er nachher
von diesem wieder in Gnaden aufgenommen. Allein einen
Spanier zu wählen, mochte mehr als Einem seiner Collegen als
bedenklich erscheinen, da die Abhängigkeit von spanischen
Interessen mit Recht im hohen Grade befürchtet werden mochte.
So viele von den in Rom ansässigen Cardinälen auch das Papstthum
für sich in Anspruch nehmen mochten, es stellte sich bei
1 State papers III. 2. p. 835.
2 1. c. n. 1932. Gradenigo sagt: e fatto lo scratinio il Cardinal Grimani
vista la sun ballottazione ed esser maltrattato usci dal conclave.