Wahl und Thronbesteigung Adrian's VI.
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zu sichern. Die Erhebung des Bischofs von Lüttich, der dann
als Cardinalerzbischof von Valencia starb; die des Markgrafen
Albrecht von Brandenburg, Churfürsten von Mainz batte auf
die innere Gestaltung der deutschen Verhältnisse wenig oder
gar keinen Einfluss. Selbst die des Cardinais von San Giovanni
e Paolo, Adrians, berührte wenigstens jetzt Deutschland
nur oberflächlich, da seine ganze Thätigkeit Spanien zugewandt
war; nur insofern war sie für Deutschland und die
daselbst vorhandene Parteistellung massgebend, als Adrian unmittelbar
dem Volke entsprungen, Schöpfer und Gründer seines
Glückes, Repräsentant jener Richtung unter den Gelehrten war,
die sich nicht auf den bewegten Ocean des Humanismus hinauswagte,
sondern an dem Traditionellen festhaltend, selbst
in der Vernichtung der Bücher Reuchlins 1 1515 Heil erwartet
hatte. Bereits am 14. November 1516 zum Grossinquisitor von
Aragonien und Navarra ernannt, wurde er es am 4. März 1518
auch für Castilien und Leon, jedoch ohne dass es dem Cardinal
und vierfachen Grossinquisitor möglich gewesen wäre, der
Verbreitung der Schriften des Augustiner-Mönches Martin Luther
in Spanien wirksam entgegenzutreten. Hatte er bereits Reuchlins
Schriften im Streite mit Hochstraten für gefährlich erachtet,
so konnte er sich sehr bald überzeugen, wie unschuldiger
Natur sie gegen die des Professors von Wittenberg waren,
gegen welche sich selbst die Erklärungen der spanischen Granden
unwirksam erwiesen. Auch er musste sehr bald empfinden,
dass er sich einer Macht gegenüber befinde, gegen welche
das Rüstzeug der früheren Jahrhunderte sich unwirksam erwies
und die in fortwährendem Steigen begriffen war, ohne dass
sich ein Mittel gefunden hätte, ihr zu begegnen. Blickte man
vollends auf die in Rom und Italien residirenden Cardinäle, so bot
das Cardinais - Collegium das treue Abbild jener Zerrissenheit
und Feindschaft dar, die damals Italien und die ganze Christenheit
durchzogen. An der Spitze desselben stand der Cardinal
Julius von Medici, nachgeborner und natürlicher Sohn Giuliano’s
von Medici, welcher am 21. April 1478 durch die Verschwörung
der Pazzi im Dome von Florenz sein Leben verlor.
Am 26. Mai desselben Jahres wurde Julius geboren und
1 Literae Adriani Florentii de Trajecto ad Cardinalem S. Crucis de Reuclilini
libris delendis. Böking TTlrichi Hutteri opp. supplementum. T. I.