Wahl uml ThronbßHleiguiig Adrian’« VI.
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kaiserlichen Politik, die Könige von Polen und Ungarn nur
dann zu unterstützen, wenn sie sich gegen Frankreich erklärten. 1
Dazu kam noch vieles Andere.
Man berechnete das Einkommen P. Leo’s auf 300,000 Ducaten
jährlich an weltlichen Bezügen, 100,000 an geistlichen und
auf dem Wege der sogenannten Compositionen mehr als ebensoviel,
im Ganzen über 500,000 Ducaten. 2 Er hatte Aemter und Würden
geschaffen und verkauft, um Geld zu erlangen, seinen Haushalt
zu bestreiten, seine Kriege zu führen, seiner Familie Florenz
zu wahren. Trotz einer Million Schulden, die er hinterliess, 3
trotzdem dass er nicht die Schweizer in seinem Dienste bezahlte,
reichte nichts und starb er so arm, dass zu seinem
Leichenhegängniss die Kerzen von den Exequien dos Cardinal
San Giorgio verwendet werden mussten, der eben gestorben war.
Sein Tod war das Signal für alle mit seiner Regierung
unzufriedenen, von dieser Vertriebenen, die Rückkehr in ihre
Heimath mit Gewalt zu versuchen. Francesco Maria aus dem
Hause Rovere setzte sich in den Besitz von Urbino, Gismondo
di Verano in den von Camerino, Sigismunde Malatesta, Sohn
des Pandolfo, bemächtigte sich Rimini’s. Man befürchtete, die
Venetianer wollten sich in den Besitz von Ravenna Und Cervia
setzen und Modena und Reggio dem Herzoge von Ferrara
nehmen. Kirche und Kirchenstaat befanden sich in gleich
grossem Gedränge; der Einsturz beider schien durch die verfehlten
Massregeln Leo’s und seiner Vorgänger unausbleiblich,
und was lange mit Mühe sich gehalten, wie mit einem Male,
aber jetzt auch unaufhaltsam zum Bruche zu kommen. Das
Schlimmste aber war der Zustand des Cardinais - Collegiums
selbst, das seit mehreren Jahrzehnten der Sitz der Verschwörung
gegen die Kirche wie gegen die Päpste gewesen war
und wo Anschauungen und Gewohnheiten herrschten, die mit
der Aufgabe der Kirche im directestcn Widerspruche standen.
1 Karls Schreiben vom 20. Dec. 1521.
2 Gradenigo relaz. p. 72.
3 K. Franz meinte: 1,200,000 Kronen. Brew. n. 1947. K. Franz verstand
es jedoch gründlich, sich und Andere zu heiligen, wie die Franzosen
denn schon damals als diejenigen galten, welche ganze Historien ersannen
Und in Umlauf setzten, zuletzt wohl sie selbst glaubten,