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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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T  ha  ncr.

Inhalt  ihrer  Diplome  gleichsam  als  Titel  und  Inhaltsangabe
Worte  voran  wie:  ecclesiam  (monasterium)  .  .  .  apostolicae  sedis
privilegio  (praesentis  scripti  pagina)  communimus;  J.  5582,
5584;  oder:  sub  apostolicae  sedis  tutela  (et  protectione)  suscipimus
  et  praesentis  scripti  pagina  (patrocinio)  communimus.
J.  5686,  5688.  Diesem  Zwecke  war  die  Verleihung  von  Vorrechten ­
  untergeordnet,  und  drang  erst  allmälig  in  die  Bullen  ein. 1
apostolicae  uon  ideo  petii,  ut  mihi  non  sufficeret  quod  sacri  canones  et
decreta  sedis  Romanae  pontificnm  cuiqne  metropoli  sedi  concedunt“  und
hierauf:  ,Sed  .  .  his  novis  decretis  carnales  et  animales  homines  territi
quiddam  reverentius  contra  ecclesiam  indiguitati  meae  commissam  agerent“;
Mansi  XV.  782.  Nach  dem  heutigen  Sprachgebrauelie  wird  sowohl  mit
dem  Worte  .Privilegium“  als  mit  .Bestätigung“  ein  anderer  Sinn  verbunden. ­
  Namentlich  waren  die  päpstlichen  Confirmationen  von  Kirchen  und
Klöstern  keine  Bestätigungen  im  modernen  Sinne,  d.  h.  Acte,  die  zum
Entstehen  des  betreffenden  Rechtes  nothwendig  gewesen  wären.  Die
Päpste  bestätigten  nur,  was  die  Kirche  schon  ,iuste  et  canoniee“  besass,
oder  auf  rechtmässige  Art  erwerben  würde;  sie  bestätigen  vielfach  die
Handlungen  ihrer  Vorgänger  und  selbst  ilu-e  eigenen,  so  z.  B.  Calixt  II.:
,Ad  haec  absolutionem,  quae  tarn  a  te  .  .  .  facta  et  a  nobis,  dum  adhuc
in  partibus  ultramontanis  essemus,  confirmata  est,  praesentis  qnoque  decreti
pagina  roboramus  et  ratam  perpetuo  manere  decernimus,  Bull,  Rom.  II.
p.  322  (J.  5081);  darum  ist  es  auch  kein  Widerspruch,  wenn  Bischof  Riquin
von  Toni  den  vom  Papste  Paschal  II.  über  das  Priorat  Chatenay  bestätigten ­
  Vergleich  seinerseits  wieder  bestätigt;  Calmet,  Hist,  de  Lorraine  I.,
Pr.  c.  538  (vergl.  J.  4773).  Die  päpstlichen  Bestätigungen  sollten  die
unzerstörbaren  Befestigungen  des  Rechtes  gegen  das  Unrecht  sein.  Am
deutlichsten  zeigt  diesen  Charakter  das  Privileg  Eugen’s  III.  (J.  6156,
bei  Migne  T.  180,  Eug.  III.  Nr.  27):  ,Confinia  quoque,  quae  praedictus
Pallavieinus  marchio  cum  uxore  sua  de  terris  sui  iuris  pro  remedio  animarum
  suarum  praefato  monasterio  de  Columba  concesserunt  suis
propriis  manibus  posuerunt  conscripta  suo  mnnimine  roborarunt  nos
quoque  apostolica  auctoritate  roboramus,  et  ne  quis“  etc.;  und  am  richtigsten ­
  ist  die  Bedeutung  der  Privilegien  von  Innocenz  II.  in  der  Arenga
zu  J.  5702  bei  Cousin,  Hist,  de  Tomnay  II.,  216  ansgedrückt:  ,Quoniam
in  sede  iustitiae  residemus,  fratres  nostros  debemus  diligere  et  unicuique
iura  sua  nostrae  auctoritatis  privilegio  conservare“.
1  Ich  will  hier  gelegentlich  auf  eine  Erscheinung  aufmerksam  machen,  die
mit  der  allmiiligen  Umgestaltung  des  Privilegienwesens  zusammen  zu
hängen  scheint.  In  den  älteren  Privilegien  tritt  nämlich  der  Unterschied
zwischen  der  Conürmation  und  den  darüber  hinausgeheuden  Bestimmungen
auch  äusserlicli  hervor.  Erstere  schliesst  mit  dem  Decrete  ab;  letztere
werden  diesem,  beziehungsweise  dem  letzten  Worte  .profutura“  nachgesetzt,
und  so  zwischen  Decret  und  Sanction  eingeschaltet,  sind  sie  deutlich  als
            
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