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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Entstellung  der  Formel:  salva  sediß  apostolicae  auctoritate.

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a.  1159  den  päpstlichen  Stuhl  bestieg.  (Maassen  in  der  angeführten ­
  Schrift  S.  455).  Dieser  war  aber  schon  am  23.  Oct.
1150  Cardinaldiacon.  1  Hat  er  nun  bereits  zu  Bologna  eine
Stelle  des  Decretum  Gr  rat  i  an  i  emendirt,  so  ist  es  wahrscheinlich, ­
  dass  dieses  vor  1150  verfasst  war,  da  dem  Rolandus  in
Bearbeitung-  desselben  auch  schon  Paucapalea  vorausgieng. 2
2.  In  dem  besagten  Stroma  Rolandi  findet  sich  wiederholt ­
  als  Beispiel  der  Bischof  von  Modena  angeführt. 3  Das
Bisthum  Modena  war  aber  im  J.  1148  von  Eugen  III.  aufgehoben ­
  1  und  erst  in  den  Jahren  1155—1157  wieder  hergestellt
worden. 5  Es  dünkt  mir  im  hohen  Grade  unwahrscheinlich,  dass
Roland  zu  dieser  Zeit  1148—1155  das  Bisthum  Modena  zum
Mittelpunkte  eines  Rechtsfalles  gemacht  haben  sollte,  ohne  dessen
Unterdrückung  irgend  wie  zu  erwähnen;  dass  er  aber  erst  nach
1155,  als  er  bereits  Kanzler  war, 6  die  Stelle  geschrieben  habe,
ist  nicht  minder  unwahrscheinlich.
Es  fehlt  aber  3.  auch  nicht  an  Zeugnissen,  welche  die
Abfassung  des  Decretum  Gratiani  geradezu  in  eine  viel  frühere
Zeit  verlegen.  So  sagt  die  Chronik  des  Robertus  de  Monte, 7
eines  Zeitgenossen  Gratian’s 8  zum  J.  1130:  ,Gratianus  episcopus
Clusinus  coadunavitdecreta*etc.  Das  Chronicon  Urspergense 6
berichtet  hei  der  allgemeinen  Uebersicht  der  Regierung  K.
Lothar’s  II.  (1125—1138):  ,Huius  temporibus  magister  Gratianus ­
  canones  et  decreta,  quae  variis  libris  erant  dispersa  in  unum
1  Kunstmann,  zur  Geschichte  des  Gratianischen  Decrets,  Arch.  f.  kath.
K.  R.  Bd  X.,  S.  338.
2  In  der  Summa  magistri  Rolandi  sind  die  Rationes  Paucapaleae  citirt
(Maassen,  Paucap.  S.  452);  es  ist  nicht  gut  anzunehmen,  dass  der  Verfasser, ­
  wenn  er  bereits  Cardinal  war,  nur  Magister  genannt  wurde.
3  Schulte,  Zur  Geschichte  der  Literatur.  1.  Beitrag,  S.  19.  Nr.  3.
4  Savioli,  Ann.  Bologn.  I.  App.  p.  216;  Tirabosehi,  Storia  di  Nonant.
I.  P.  I.  p.  119.  (J.  Nr.  6450;  vgl.  6474,  6479).
5  Urkunde  vom  26.  Juli  1155  hei  Tirabosehi,  Mem.  Moden.  III.  Cod.  dipl.
p.  30.  Hier  erscheint  zum  ersten  Male  wieder  ein  Henricns  episcopus
Mutinensis;  derselbe  wurde  aber  erst  am  18.  März  1157  consecrirt.  Sarti,
de  Claris  etc.  V.  I.  P.  II.  p.  170.
6  Als  solcher  erscheint  er  zum  ersten  Male  in  einer  Bulle  Eugens  in.  vom
16.  Mai  1153  (J.  6722)  bei  Ugli.  It.  sacr.  IV,  363.
7  Ed.  Betlimann.  Mon.  Germ.  Ss.  VIII.,  p.  490.
3  Mon.  Germ.  1.  c.  p.  293.
9  Siehe  Savigny,  G e3C hielite  des  römischen  Rechtes  im  M.  A.  IV.  S  10,  11.
            
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