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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Thaner.

Auf  gleiche  Weise  verhält  es  sich  wohl  auch  mit  den
Privilegien  J.  4064  »,  5127,  5201  2 ,  5211 3 ,  5422  '  u.  5452. 6
Wird  hier  der  gesummte  Besitzstand  eines  Bisthums  oder
Klosters  unter  Vorbehalt  bestätigt,  so  sollten  durch  letzteren
doch  die  Temporalien  an  den  römischen  Besitzungen  ausgenommen ­
  sein;  dies  ist  um  so  mehr  anzunehmen,  wo  das
Bisthum  oder  Kloster  selbst  ein  römisches  war.
Auf  weltliche  Rechte  bezieht  sich  endlich  unstreitig
J.  4437  Paschals  II.  für  das  Kloster  St.  Peter  von  Gent 6 ,  dass
von  den  Altären  des  Klosters  keine  Abgaben  erhoben  werden
sollen,  ,salva  nim.  in  omn.  sed.  apost.  auct.  et  dioc.  ep.  can.
iustd  und  J.  5189  Calixt  II. 7 ,  wodurch  ebenso  das  Kloster
St.  Maria  in  Pomposia  gegen  unfreiwillige  Abgaben  in  Schutz
genommen  wird,  ,salva  in  omn.  apost.  sed.  auctoritated
Der  Vorbehalt  nimmt  also  je  nachdem  er  bei  diesem
oder  jenem  Rechte  steht  einen  kirchlichen  oder  weltlichen
Charakter  an.  Ersteren  hat  er  in  den  Privilegien  lnnocenz  II.
J.  5419,  5433  u.  5760;  der  Papst  verbietet 8  nämlich,  dass

1  Dieses  und  das  folgende  Privileg  wurden  für  das  papstunmittelbare  Bistlium
  Monopoli  ausgestellt.  Bull.  Rom.  II.,  p.  330,  Uglielli,  It.  sacr.  I.,  963.
Hier  könnte  unter  der  ,reverentia  rom.  et  apost.  eccl.‘  des  Vorbehaltes  auch
die  unmittelbare  Kirchenhoheit  Roms  verstanden  sein.
2  Privileg  Honorius  II.  für  den  Abt  des  Klosters  Clugny,  das  der  Papst  in
der  Einleitung  selbst  zu  den  ,venerabilia  loca‘  rechnet,  ,quae  ad  speciale
ius  et  singulärem  proprietatem  s.  rom.  spectant  ecclr  Bull.  Rom.  II.  p.  353.
Die  sonst  nirgends  vorkommende  Stellung  des  Vorbehaltes  ganz  am  Ende
des  Privilegs  erregt  übrigens  Bedenken  an  der  Echtheit  der  Bulle.
3  Honorius  II.  für  das  Bisthum  Montefeltre.  Ughelli,  It.  sacr.  II.,  c.  844.
Ueber  dessen  Eigenschaft  als  päpstliches  Bisthiun,  Ficker,  I.,  §.  221.
4  lnnocenz  II.  für  den  Patriarchen  von  Aquileja.  Bull.  Rom.  II.,  p.  372.
5  Für  das  neu  gegründete  (römische,  Ficker  I.  §.  219)  Bisthum  Brugnetto.
Ughelli,  It.  sacr.  IV,  c.  984.
6  Miraei  Opera  dipl.  IV.  7.
7  Vgl.  S.  821  not.  1.  Das  Kloster  in  Pomposia  war  mit  römischem  Besitzthum
ausgestattet:  ,possessiones  et  bona,  quae  vel  a  sancta  romana  ecclesia
vel  aliunde  legitime  possidet,  confirmamus,  videlicet  ....  sicuti  modo  vos
habetis  et  tenetis  iure  b.  Petri  apostoli.“
8  Vgl.  Gelasius  I.,  ep.  14,  cap.  XXV.  Thiel,  Epist.  Rom.  pont.  genuinae,
Braunsberg  1867,  I.,  p.  376  Note  104.
            
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