822
Thaner.
Auf gleiche Weise verhält es sich wohl auch mit den
Privilegien J. 4064 », 5127, 5201 2 , 5211 3 , 5422 ' u. 5452. 6
Wird hier der gesummte Besitzstand eines Bisthums oder
Klosters unter Vorbehalt bestätigt, so sollten durch letzteren
doch die Temporalien an den römischen Besitzungen ausgenommen
sein; dies ist um so mehr anzunehmen, wo das
Bisthum oder Kloster selbst ein römisches war.
Auf weltliche Rechte bezieht sich endlich unstreitig
J. 4437 Paschals II. für das Kloster St. Peter von Gent 6 , dass
von den Altären des Klosters keine Abgaben erhoben werden
sollen, ,salva nim. in omn. sed. apost. auct. et dioc. ep. can.
iustd und J. 5189 Calixt II. 7 , wodurch ebenso das Kloster
St. Maria in Pomposia gegen unfreiwillige Abgaben in Schutz
genommen wird, ,salva in omn. apost. sed. auctoritated
Der Vorbehalt nimmt also je nachdem er bei diesem
oder jenem Rechte steht einen kirchlichen oder weltlichen
Charakter an. Ersteren hat er in den Privilegien lnnocenz II.
J. 5419, 5433 u. 5760; der Papst verbietet 8 nämlich, dass
1 Dieses und das folgende Privileg wurden für das papstunmittelbare Bistlium
Monopoli ausgestellt. Bull. Rom. II., p. 330, Uglielli, It. sacr. I., 963.
Hier könnte unter der ,reverentia rom. et apost. eccl.‘ des Vorbehaltes auch
die unmittelbare Kirchenhoheit Roms verstanden sein.
2 Privileg Honorius II. für den Abt des Klosters Clugny, das der Papst in
der Einleitung selbst zu den ,venerabilia loca‘ rechnet, ,quae ad speciale
ius et singulärem proprietatem s. rom. spectant ecclr Bull. Rom. II. p. 353.
Die sonst nirgends vorkommende Stellung des Vorbehaltes ganz am Ende
des Privilegs erregt übrigens Bedenken an der Echtheit der Bulle.
3 Honorius II. für das Bisthum Montefeltre. Ughelli, It. sacr. II., c. 844.
Ueber dessen Eigenschaft als päpstliches Bisthiun, Ficker, I., §. 221.
4 lnnocenz II. für den Patriarchen von Aquileja. Bull. Rom. II., p. 372.
5 Für das neu gegründete (römische, Ficker I. §. 219) Bisthum Brugnetto.
Ughelli, It. sacr. IV, c. 984.
6 Miraei Opera dipl. IV. 7.
7 Vgl. S. 821 not. 1. Das Kloster in Pomposia war mit römischem Besitzthum
ausgestattet: ,possessiones et bona, quae vel a sancta romana ecclesia
vel aliunde legitime possidet, confirmamus, videlicet .... sicuti modo vos
habetis et tenetis iure b. Petri apostoli.“
8 Vgl. Gelasius I., ep. 14, cap. XXV. Thiel, Epist. Rom. pont. genuinae,
Braunsberg 1867, I., p. 376 Note 104.