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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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T  h  a  ii  e  r.

u.  Monumenta  Gregoriana,  p.  370),  von  Toledo  (J.  4021,  4381,
4901,  5067),  von  Narbonne  (J.  4260),  von  Salerno  (J.  4275)
unter  dem  Vorbehalte  der  Autorität  und  des  Rechtes  des
apostolischen  Stuhles  oder  der  römischen  Kirche.  Sie  ertheilen
ihn  mit  der  Vorsicht',  dass  durch  diese  Primate  kein  Uebergriff
  in  die  Primatialansprüche  der  Kirche  von  Rom  namentlich
auf  oberste  Entscheidung  streitiger  Angelegenheiten  eintrete.
,Te  itaque  universi  Hispaniarum  praesules  primatem  respicient
et  ad  te,  si  quid  inter  eos  quaestione  dignum  exortum  fuerit,
referent  salva  tarnen  in  Omnibus  romanae  ecclesiae  auctoritate
et  salvis  metropolitanorum  privilegiis  singulorunk;  Privileg
Calixt  II.  für  Toledo  vom  3.  Nov.  1121  ,  Mansi  XXI,
col.  215,  Labbe  XII,  col.  1278.  Es  handelt  sich  also  um  bestimmte ­
  Rechte  der  Kirche  von  Rom,  die  dem  Vorrechte  des
Primas  gegenüber  in  derselben  Weise  gewahrt  werden,  wie  die
Rechte  der  unter  ihm  stehenden  Metropoliten.  Diesen  Privilegien ­
  sind  die  an  Erzbischöfe  ertheilten  verwandt,  in  welchen
der  Papst  ausdrücklich  die  Unterwerfung  der  Suffraganbischöfe
bestätigt.  Auch  hier  kann  es  nicht  befremden,  wenn  der  Papst
das  verliehene  oder  bestätigte  Vorrecht  durch  die  Praerogative
der  Kirche  von  Rom  einschränkt,  oder  überhaupt  die  Gelegenheit ­
  benutzt,  die  Autorität  derselben  einzuschärfen,  zumal,
wenn  damit  eine  persönliche  Auszeichnung  des  Erzbischofs
verbunden  wurde,  wie  in  dem  Privileg  Urbans  II.  für  den
Erzbischof  von  Bari  vom  7.  October  1089,  Bull.  Rom.  II.,
p.  125  (J.  4041),  den  der  Papst  gegen  das  Herkommen  ,in
propria  sede‘  consecrirte  und  als  ,specialem  ecclesiae  filiunk
auszeichnete.  Hier  lautet  denn  auch  der  Vorbehalt  entschiedener ­
  als  sonst:  ,salva  romanae  ecclesiae  auctoritate,  quae
instituente  Domino  ecclesiarum  omnium  princeps  est,  cuique
ut  matri  summa  debet  ab  universis  reverentia  exhiberi/
Aehnliche  Beispiele  sind  J.  4535  für  den  Erzbischof  von
Acheron;  J.  4895  für  Ravenna;  J.  4970  u.  5263  für  Trier.
Auch  J.  4053,  wodurch  Urban  II.  das  Reichsbisthum  2  Grenoble
unter  dem  Vorbehalte  der  Autorität  der  römischen  Kirche  be-1
  Zur  Vorsicht  waren  die  Päpste  durch  das  Beispiel  des  Vicars  Hilarius
von  Arles  ermahnt.  Vgl.  hierüber  Hinschius,  System  des  katholischen
Kirchenrechts,  Berlin  1869,  I.  S.  589  n.  5  u.  S.  588  n.  5  a.  E.
2  Ficker,  Reichsfürstenstand  I.,  §.  213.
            
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