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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Weinhold.

62.  bitte  ip,  und  63  pendez  u  ip.  In  beiden  Zeilen  ist  be
that  wif  zu  setzen.
63.  guez  or  er  re.  Syntactisch  ist  der  Conjunctiv  Perf.
gefordert,  den  ich  mit  wisti  gebe,  wozu  der  Indicativ  wista
Psalm  72,  22  und  das  im  Niederländischen  und  Ripuarischen
des  12.  und  13.  Jahrh.  nachweisliche  Perfect  wiste  berechtigen.
—  az  vor  pede  ist  zu  streichen,  dagegen  vor  ge  ein  that  einzuschieben. ­
  —  Ueber  sesterai  sieh  Grimms  Anmerkung.  Er
löst  es  in  se  terüe  d.  i.  sih  triwö  auf.  Niederfränkisch  wie
sächsisch  ist  das  Reflexiv  3.  Person  bedenklich,  um  so  eher
erklärt  sich  die  verdorbene  Stelle.  Ich  habe  daher  sih  (se)
durch  ina  ersetzt.
66.  aba  detinen  Henschel,  ab&inen  Keil.  Grimm  nahm
de  als  lateinische  Uebersetzung  von  aba,  was  bei  Keils  von
mir  vorgezogener  Lesung  unnötig  ist,  woraus  sich  ave  thinem
einfach  ergibt.  —  Grimm  deutete  die  Haut  vom  Rosse  auf  den
Sattel,  wobei  er  an  die  gerade  in  Frankreich  häufige  Ehrenstrafe ­
  des  Satteltragens  (J.  Grimm  Rechtsalterthümer  718.  f.)
gedacht  hat.  Allein  ich  bezweifle  dass  Sattel  (vgl.  45  gisadele)
durch  Haut  umschrieben  sein  würde  und  gebe  zu  bedenken,
dass  das  Sattel  tragen  eine  Strafe  für  freie  und  edle  war;  für
einen  Menschen  aus  der  Stellung  des  hier  angeredeten,  dem
für  sein  beiliegen  eine  Züchtigung  angedroht  wird,  scheinen
Hiebe  die  gewöhnliche  Strafe,  die  ihm  mit  Riemen  aus  dem
eigenen  Rosse  geschnitten,  gegeben  werden  sollen.
67.  sarda,  Grimm  sart  dar.  Ich  möchte  glauben,  dass
ein  anderes  Wort  als  thär  angelehnt  ist  und  vermuthe  die  Zeitpartikel ­
  ia  (=  io,  eo).  —  Durch  die  einschliessenden  Punkte
ist  e  r  als  wegfallend  bezeichnet.
68.  got  man  hat  Grimm  sicher  richtig  als  Anrede  genommen ­
  und  Belege  dafür  beigebracht.  Ich  verbinde  es  mit  92.
72.  Der  präpositionslose  Accusativ  min  rossa,  ad  equos
kann  nicht  richtig  sein,  doch  macht  die  zu  ergänzende  Präposition ­
  Bedenken,  da  te  den  Dativ  fordert,  furi  aber,  welches
Grimm  ergänzt,  in  dieser  Verwendung  mir  nicht  gesichert  erscheint. ­
  Ich  weiss  aber  keinen  besseren  Rath.
78.  Gne  guez  soll  in  der  Handschrift  stehen.  Das  Gwird
wohl  ein  verzogenes  E  sein.
            
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