Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

802

Weinhold.

24.  las  W.  Grimm  guaren  ger  (h)ina  az  ze  mettina.  Ich
kann  aus  dem  Faesimile  nur  inat  ze  mettina  herauslesen.  —
Beispiele  der  Verschweigung  des  anlautenden  li  sind  bei  Darstellung ­
  des  Consonantismus  gegeben;  sie  lag  besonders  einem
romanischen  Schreiber  nahe.
25.  Das  handschriftliche  terue  25.  29.  83.  teruse  36.  terua
47.  95  stelle  ich  unter  Aufhebung  der  Metathesis  des  r  überall
in  das  auch  sonst  nachweisbare  treua  =  trewa  (triwa)  her,
und  nehme  es  für  den  Accusativ  Singularis.  Grimm  schrieb
terüe,  worin  e  Zwischenlaut  und  ü  =  iu  sein  soll.
Das  handschriftliche  ge  u  ist  unter  Anleitung  von  29
nain  i  und  sonst  bekannter  Antwortsformel  als  ge  (=  ja)  ec
zu  fassen.  Grimm:  triwö  ja  iwih  (=  ih).
28.  Ueber  diese  merkwürdige  Form  der  2.  Sg.  Pers.  Ind.
sieh  die  Bemerkung  unter  der  Conjugation.
33.  Die  Handschrift  lässt  errathen,  wie  sich  der  Schreiber
verschrieb.  Das  unklare  Zeichen  zwischen  er  und  si  soll  wohl
d.  i.  e  s  t  ersetzen:  im  folgenden  verschrieb  er  entweder  die
Silbe  si  und  zi,  welches  letztere  geändert  ist,  oder  die  erste
Silbe  kann  auch  tsi  =  zi  gelesen  werden.  Die  Lesung:  er  es
zi  sime  erro,  scheint  mir  sehr  sicher.  —  W.  Grimm  nahm  sine
als  dialectliehe  Dativform,  wie  unter  dem  Adjectiv  oben  bemerkt ­
  worden  ist.
34.  Nach  dem  Faesimile  steht  Es  come,  so  wie  36  über
m  in  min  ein  ziemlich  grosses  e.  Ec  wie  sonst  im  Anfang
kann  E  34  nicht  bedeuten,  ebenso  wenig  als  e  36  in  en  nach
dem  Zusammenhang  aufgelöst  werden  darf.  Ich  lese  an  beiden
Stellen  es  oder  est,  welches  unser  Denkmal  als  alte  niederfränkische ­
  Form  der  3.  sg.  Präs,  des  Yb.  subst.  fast  durchaus
aufweist;  nur  zweimal  31.  92  findet  sich  is.  Im  ripuarischen
Franken  herrschte  und  herrscht  durchaus  ist,  is;  von  der  Nordgrenze ­
  desselben  an  est  und  es.  *
40.  Grimm  suchte  in  dem  handschriftlichen  hutz  die  Interjection
  huz,  welche  er  sonderbarlich  aus  hi  na  üz  deutete.
Ich  sehe  nichts  anderes  als  die  mit  unechten  h  voi'gestossene
und  im  Auslaut  verschobene  Präposition  üt.
4L  Handscliiift  sa,ru.  ost.  Man  könnte  aus  dem  ersten
Worte  allenfalls  säno  (sofort)  herauslesen.  Stehen  40  -  42  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.