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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  dio  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächbüchleins.

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1011.  vaswalco  Pariser  Virgilgl.  39.  Später  brauchen  Heinrich
v.  Veldecke,  Iderbort  von  Fritslar  und  der  Dichter  der  Erlösung
vas  im  Reime.
9.  ansco  =  handscoha  oder  auch  handscoa,  da  der
Dialect  h  zwischen  Vocalen  früh  verschweigt:  sio  Brüssel.
Prudentiusgl.  64.  gescuoe  Psalm  59,  10.  hoi  Ps.  18,  7.  hoon  G.
farliendi  18,  8.  fiu  gl.  Lips.  324.  fio  323.
15  las  Grimm  guare  uengelinaz  selida  u.  s.  w.  und  gab
es  durch  war  wärun  gelinä  az  selidö:  ubi  erant  reclinatoria  ad
mansionem  —  eine  unglückliche  Lesung  und  unnatürliche  Deutung, ­
  Altdeutsche  Gespräche  1,  18.  Aus  dem  Facsimile  lese
ich  deutlich  und  durch  die  lateinischen  Worte  gesichert  heraus:
guare  uenge  hinat  selida  =  der  dahinter  stehenden  Phrase:
ubi  abuisti  mansionem  ac  nocte.  In  dem  hinat  hat  der  Schreiber ­
  das  i  in  den  kleineren  Strich  des  h  mit  inbegriffen,  weiter
unten  Z.  24  steht  inat.  Der  Ausfall  des  h  vor  t  zeigt  sich  im
7.  und  8.  Jahrhundert  schon  in  den  zahlreichen  Eigennamen
mit  bert,  brat;  ferner  verweise  ich  auf  vorten  Psalm  2,  11.  gl.
Lips.  981  —  Matfridus  856  Mittelrh.  Urk.  1,  97.  natgala  Par.
Virgilgl.  180.  natram  ebd.  XXII.  watala  XXXII.  Aus  den
späteren  Jahrhunderten  geben  alle  fränkischen  Dialecte  häufige
Beispiele.  —  Nach  venge  schaltete  ich  thu  ein.
16.  Das  us  =  hüs  ist  durch  die  einschliessenden  Punkte
als  überflüssig  bezeichnet,  ebenso  wie  er  67  und  iro  im  Plildebrandsliede
  v.  6.
Den  Zwischenlaut  e  oder  a  in  gcraben  hat  W.  Grimm
als  echten  Präfixlaut  gedeutet  und  in  unserer  Wortform  einen
erwünschten  Beleg  für  ein  altes  garabo,  garafjo  gefunden.  So
lange  die  Etymologie  des  Wortes  Graf  nicht  sicher  gestellt  ist,
muss  dahin  gestellt  bleiben,  wer  in  Beurtheilung  dieses  Lautes
Recht  hat.
17.  Verfehlt  dünkt  mich  Grimms  Deutung  des  brothro  auf
einen  Mönch;  sie  hängt  mit  seiner  Erklärung  der  folgenden
Zeile  zusammen,  die  ich  in  keiner  Hinsicht  anzunehmen  vermag. ­
  —  In  dem  Suffix  or  lasse  ich  das  o  bestehen  ,  da  das
Fränkische  in  Prae-  und  Suffixen  dumpfen  Vocal  liebt.
18.  Die  verschriebene  und  verderbte  Zeile  übersetzte
Grimm:  Ih  cumu  üt  sinemo  (1.  minemo)  dorne  d.  i.  ich  komme
aus  meiner  Kirche.
            
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