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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  die  Bruchstücke  eines  frünkisclien  Gesprächbüchleins.

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Dasselbe  kann  entweder  schwache  Flexion  sein  oder  nach  dem
üblichen  Uebergang  von  m  zu  n  aus  -em  =  eme  emo  emu
entstanden  sein.  Nimmt  man  das  erste  an,  so  gibt  man  der
schwachen  Adjectivflexion  eine  grössere  Existenz  als  ihr  nach
der  bis  jetzt  angenommenen  syntactischen  Regel  zukommt,  kann
aber  dafür  auf  gewisse  Beispiele  im  Hildebrandsliede  (senon
muotin  2.  arbeolaosa  22.  gudea  gimeinun  60)  verweisen.  Nimmt
man  das  zweite  an,  so  sind  die  Vorgänge  von  emu  bis  e  alle
deutlich  und  im  einzelnen  als  dialectlich  gesichert.  Ich  erwähne ­
  noch,  dass  W.  Grimm  zur  Erklärung  dieser  Dative  in
-e  aut  die  altfriesischen  starken  Adjectivdative  in  -e  verwies.
Plur.  Acc.  mine  sco  79,  min  hansco  55.  —  Gen.  aller
106  in  einer  sehr  verstümmelten  Stelle.
Femininum  Nom.  sg.  follo  12.  —■  Acc.  mine  36.  76.
tine  42.  43.  —  Genit.  in  eru  scheint  mir  aus  mine  hu  106
herstellbar.  —  Dat.  gualiche  steta  82,  wo  entweder  gleich  dem
beim  Masc.  und  Neutr.  beobachteten  gualichen  als  schwacher
Dativ  anzusetzen  oder  eine  gänzliche  Verstümmelung  anzunehmen ­
  ist.  Ich  ziehe  letzteres  vor  und  stütze  mich  auf  eine
Prudentiusglosse  der  Brüssel-Trierer  Handschrift  (Haupt  Zeitschrift ­
  XVI,  96)  gae  verte,  wo  die  Kölner  Handschrift  volles
gaero  verdi  bietet.
Als  Adverbialendung  erscheint  a  in  gerra  67,  gistra  80,
o  und  i  in  gualo  86.  guali  75.
c)  Das  Pronomen.
Für  den  Nom.  sg.  1.  Person  ist  e  die  häufigste  durch
Abfall  des  Auslautes  c  entstandene  Form:  18.  19.  21.  26.  27.
44(?).  46.  ,  47.  69.  78,  dazu  oh  89.  Dagegen  findet  sich  i  29.
81.  hi  99.  hi  i  98.  hfch  97.  ic 1 '  73.  Wir  werden  ec  als  Grundform ­
  in  diesen  Gesprächen  anzusetzen  haben.
Der  Dativ  ist  mer  19.  21.  23.  48.  60.  101.  An  letzter
Stelle  ist  der  Accusativ  syntactisch  gefordert.  Der  Schreiber,
welcher  die  oberdeutsche  Redaction  vornahm,  hatte  überall  mi
er
gefunden,  wie  auch  48  Semi  got  noch  zeigt,  und  da  er  in  den
andern  Stellen  dafür  seinen  Dativ  mer  verwendet  hatte,  so
tliat  er  es  auch  hier  an  Unrechtem  Platze.
Von  dem  Pronomen  2.  Person  ist  nachweisbar  der  Nom.
sg.  do,  angelehnt  in  gildo  30;  der  Accus,  ti  26  (vielleichtauch
50*
            
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