Ueber die Bruchstücke eines fränkischen Gesprächbüchleins.
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Der linguale Zitterlaut r erscheint nach auch sonst bekannter
Art umgestellt in rehulga (32 und im Suffix bei brothro
17. In dem häutigen terue mag Missverständniss einwirken.
Doppeltes r durch Angleichung aus rn ergibt gerra 67,
das sich dem ferro und sterro bei Tatian und Otfried vergleicht,
so wie sterre (steorra, stierre) überhaupt die herrschende Form
in den niederdeutschen Sprachen ist.
Einfaches n für echtes doppeltes steht in mine 106, während
nn für n in quenna 92 gesetzt ist.
Ueber n für m vgl. oben. — In den Flexionen wird n
häufig abgestossen: Infin. rite 46, serte 101. — schw. Masc.
gen. sg. erre 19; dat. sg. erro 33; acc. sg. erra 80. 81, erre
28. — schw. fern. gen. sg. frau 107. Die in den fränkischen
Mundarten später stark entwickelte Neigung, auslautendes -n
schwinden zu lassen, wird hiedurch bezeugt.
Gaumenlaute.
Die Reihe ist g k h j; auch hier sind Störungen des
reinen niederdeutschen Lautstandes erfolgt.
Die Media g hat ihre fränkische Stelle grösstentheils behauptet:
anlautend gerra 67, gistra 81, gotto 81- 90, got 68,
und im Präfix ge, go; inlautend ogen 4, gonego 69, rebulga 63.
Hiezu treten die Worte, in denen für deutsches g nach
romanischer Art gu geschrieben ist: anlautend guan 89, guestu
87, gue: vgl. gueselle guenoz 15. guesatle 45. guesenda 105.
so wie que für gue: quesa 26. quasa 27. quesan 80. quesasti
28. — inlautend huegues 91, zunguen 6.
Einmal ist gh für g geschrieben: ghanc 40. Da dieses
gh nicht vor e oder i steht, wo es altdeutsche Schreiber zuweilen
setzen, sondern vor a, so sehe ich darin nur ein anderes
Mittel des romanischen Copisten, die reine tönende Explosiva
zu bezeichnen. Er brauchte gh und gu nach romanischer
Weise gleich: ghanc und guan (89) haben denselben Anlaut.
Nicht minder möchte ich C im Präfix ca co (casa 81. co
orest 65. colernen 82.), so wie im Imperativ ca 91 nicht für
oberdeutsche Tennis, sondern für eine andere romanisirende
Bezeichnung des reinen g halten.