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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

lieber  die  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächhüchleins.

777

I.  n.  446.  805.  u.  o.  Grebenbrunne  1225  Böbmer  44.  bribe
Hess.  Urk.  I.  n.  265.  742  u.  o.;  höbe  Hess.  Urk.  I.  n.  756.
870  u.  o.  Fronhobe  1222  Böhmer  35.  Obernhoben  1238  ebd.
n.  1278.  lnibes  Elisab.  167.  prubet  5016.  —  Nebo  782  eod.
Lauresh.  II.  307.  Ringrebin  1313  Mainz,  Hess.  Urk.  II.  n.  741.
frebel  ebd.  I.  n.  649,  höbe  ebd.  III.  n.  1055.  1115.  u.  o.  hobestede
  Bingen  12 /, 3 .  Jahrh.  Mittelrhein.  Urk.  II.  n.  390.
In  den  übrigen  nieder-  und  rheinfränkischen  Mundarten
ist  dieses  b  für  v  nicht  unbekannt,  aber  weniger  stark  entwickelt. ­

Auslautendes  b  erscheint  nach  oberdeutscher  Regel  als
Tenuis:  stap  56.  uip  59.  62.  —  Vor  angelehntem  m  schwand
b  in  gimer  51—58,  wo  angleichend  gimmer  zu  stehen  hätte.
p  kommt  auf  oberdeutscher  Stufe  nur  einmal  im  Anlaut
vor:  pe  63,  vgl.  oben  b.  —  Inlautend  erscheint  es  nur  einmal
und  zwar  auf  niederdeutscher  Stufe  in  elpe  13.  Ueberall  sonst
steht  die  oberdeutsche  Fricativa:  inlautend  claphe  38.  sclaphen
49.  sclephen  62.  63.  trophen  48.  74.  elfe  48,  —  auslautend
durf  103.
Dieses  Verhältniss  stimmt  zu  den  übrigen  Dialectzügen
unserer  Gespräche  sehr  wenig,  da  am  ganzen  Rhein,  soweit  er
fränkisch  ist,  das  unverschobene  p  weit  fester  haftet  als  hier.
Eine  oberdeutsche  Bearbeitung  verräth  sich  also  hier  deutlich.
Die  tonlose  Labialfricativa  wird  anlautend  f  oder  v  geschrieben ­
  :  fassen  2.  follo  12.  fles  98.  fraiune  85.  fro  14.  —  gavathere
  101.  venge  15.
Die  tönende  Lippenfricativa  W  ist  in  unserem  Denkmal
nirgends  uu  geschrieben.  An  einigen  Stellen  steht  einfaches  u:
ualde  61.  uip  59.  62.  63.  —  terue  25.  29.  36.  47.  63.  95.
suarda  54.  Dieses  u  für  uu  ist  bei  westfränkischen  Schreibern
sehr  beliebt  und  zeigt  sich  auch  im  Ostreich  zum  Theil  noch
spät  und  in  manchen  Gegenden  häufig.  —  Die  gewöhnliche
Bezeichnung  des  deutschen  w  ist  aber  in  diesem  Schriftstück
gu:  gualo  86.  guali  75.  gualdestu  66.  gualiche  82.  guanbe  11.
12.  guandi  60.  guanna  83.  87.  guar  59.  92.  guare  15.  guaren
24.  guas  21.  105.  guaz  30.  64.  gumz  22.  gueliche  20.  guer  31.
guez  32.  62.  guille  46.  guilli  95.  guillo  43.  guillis  75.  guiltu  94.
guin  75.  guole  106.  Der  romanische  Schreiber  zeigt  sich  darin,
Diez  Gr.  1,  293.
            
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