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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  die  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächbüchleins.

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Wir  finden  a  für  e  westfränkisch  in  Arcantildis  Pol.
Irin.  27.  Hildigarnus  255,  abgesehen  von  den  Eigennamen  mit
barct-,  -bardus,  in  denen  das  a  wie  in  den  späteren  Eigennamen ­
  in  -bracht  auch  anders  gedeutet  werden  kann.  —  Die
Pariser  Virgilglossen  haben  uuaruo  697,  alpant  70,  krasso  LVI.
Aus  jüngerer  Zeit  führe  ich  an:  warden  (inf.)  Cleve  1304,
Lacombl.  III.  n.  34.  barsten  (inf.)  Selentrost  139.  b.  Wierstraat
SO  1  —gart:  gespart  Herbort  2131.  11824.  gare:  gespare  5215.
valt,  valde  1355.  Hessische  Urk.  III.  n.  1279.
Altes  a  ist  gegen  Verdumpfung  geschützt  in  guali  75
gualo  86,  wogegen  sich  das  o  in  guole  106  zeigt.  Bis  heute
wird  wal  in  fränkischen  Dialecten  festgehalten.
Dagegen  hat  sich  o  zu  a  geöffnet  in  ualde  61.  gualdestu
66,  sarden  83.  Zwar  nicht  in  diesen  Worten,  aber  in  vielen
andern  vor  Consonanten  aller  Classen  könnte  ich  solches  o
statt  a  namentlich  aus  ripuarischem  (kölnischem)  und  oberhessischem ­
  Dialect  vorführen.
Zu  bemerken  ist  altes  a  in  der  Präposition  za  60,  die
sonst  mit  irrationalem  e  erscheint:  te  16,  ze  24.  29.  —  Dreimal ­
  zeigt  sich  das  Präfix  ga:  quasa  27.  casa  80.  gauathere  101,
wogegen  ge  (gue,  que)  15.  26—28.  45.  80.  105  und  go  (co)
65.  69.  74.  82  auftritt.
In  Endungen  erscheint  a  mehrfach  als  unechter  Vocal;
vgl.  unten  die  Flexionen.  —  Ausser  diesen  Fällen  des  verschiedenen ­
  a  in  Stämmen  und  Endungen  tritt  es  als  Zwischenlaut ­
  in  Consonantenverbindung  auf  in  garaben  16.  canet  34.
35.  36,  also  in  anlautender  Doppelconsonanz.  Vgl.  alem.  Gram.
§.  9,  bair.  Gr.  §.  4.
Ä  die  gewöhnliche  Länge  des  a  in  unserem  Denkmal,
woneben  sich  aber  auch  e  als  Vertreter  zeigt:  guer  31.  93
cver  37,  wahrscheinlich  auch  ge  25.  Wir  haben  darin  jene
alte  Färbung  des  ä,  die  in  allen  fränkischen  Mundarten  den
Rhein  hinauf  noch  in  mittlerer  Zeit  ihre  Spuren  hinterlassen  hat.
Aus  dem  Westfränkischen  gebe  ich  absichtlich  spätere
Belege:  Gunthivera  700  Pardessus  n.  452.  Imneredus  Septeredus
Sinderedus  700.  n.  452.  Redualdus  Raedbrectus  721.  n.  519.
Wademerus  730.  n.  547.  Cochemerus  1102.  Pol.  Irmin.  371.—
Aus  den  deutsch-fränkischen  Gebieten:  Rethere  c.  1079.  Lacombl. ­
  Urk.  I.  n.  242.  Retherus  1127.  ebd.  n.  302.  greve  1249.
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