Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

lieber  die  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächbüchleins.

769

bette  62,  gualigot  75,  cathenen  91.  Andererseits  fällt  zusammengehöriges ­
  auseinander:  go  Nego  64,  gua  liehe,  co  lemenger  82,
cad  henens  91.
Die  Undeutschheit  des  Schi'eibers  verräth  ferner  seine
Verlegenheit  das  deutsche  w  zu  bezeichnen.  Ausser  dem  selten
gewählten  u  =  uu  setzt  er  nach  romanischer  Art  gewöhnlich
gu  dafür,  einmal  cv  37,  dreimal  hu  90.  91.  99.  —  Ferner
braucht  er  für  g  vor  e  im  An-  und  Inlaut  gu,  viermal  qu.
Weniger  entscheidend  ist  der  unechte  Vorstoss  von  h  vor  vocalischen
  Anlaut,  der  auch  bei  deutschen  Schreibern  häufig  genug
vorkommt,  ebenso  wie  der  geläufige  Abfall  des  echten  anlautenden ­
  h.  Entschieden  romanisch  ist  der  Schwund  von  auslautendem ­
  t  bei  an  8,  a-nsco  9.  55  und  guesenda  105,  worüber
zu  vergleichen  ist  Diez  Gram.  1,  224.  f.  316.  Schuchardt  Voealismus
  des  Vulgärlateins  1,  118-—122.
W.  Grimm  hatte  in  der  Abhandlung  von  1849  S.  15  und
im  Nachtrag  S.  10  f.  sich  bemüht,  nach  den  Unterschieden
der  lautlichen  Verhältnisse  verschiedene  Theile  abzusondern.
Bei  der  zweiten,  auf  reicheres  Material  gestützten  Untersuchung
musste  er  bereits  einiges  früher  gesagte  abändern  und  er  kam,
abgesehen  von  den  anfangenden  Glossen  (1—-12)  auf  drei  Verfasser: ­
  13—36,  37—79,  80—106.
Ich  glaube  an  diese  drei  Verfasser  nicht.  Ein  wesentlicher ­
  Grund  dagegen  ist,  dass  das  überlieferte  in  sichtlicher
Unordnung  vorliegt  und  sicher  zusammengehöriges  nicht  selten
w'eit  von  einander  gerissen  ist.  Die  Grimm’schen  Abtheilungen
nehmen  darauf  gar  keine  Rücksicht.  Ausserdem  kann  ich  auch
in  der  schriftlichen  Wiedergabe  keine  entscheidenden  Gründe
für  die  dreifache  Verfasserschaft  entdecken,  wobei  überdiess
vorausgesetzt  werden  müsste,  dass  wir  das  überlieferte  in  der
ursprünglichen  Gestalt  unverändert  durch  Copistenhand  besässen,
  was  ich  durchaus  läugne.
In  der  vorliegenden  schriftlichen  Form  geht  das  schwanken ­
  in  Worten  und  einzelnen  Buchstaben  von  Anfang  bis  zu
Ende,  und  die  häufigeren  Eigenheiten  gehören  nicht  bloss
einem  oder  dem  andern  Theil  der  Gespräche.  Die  Verschweigung ­
  von  anlautendem  h  findet  sich  durch  das  ganze  Denkmal,
die  unechte  Vorschiebung  von  h  auf  dem  vaticanischen  wie
auf  dem  Pariser  Blatt,  gue  für  ge  kommt  von  6—105  vor,
Sitzt»,  d.  phil.-hist.  CI.  USI.  Bd.  IV.  Hft.  -19
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.