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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Weinhold.  lieber  die  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächbüchleins.

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Ueber  die  Bruchstücke  eines  fränkischen  Gesprächbüchleins. ­

Von
Dr.  Karl  Weinhold,
corr.  Mitglied  der  lc.  Akademie  der  Wissenschaften.

Unter  dem  Titel  Altdeutsche  Gespräche  gab  Wilhelm
Grimm  in  dem  Jahrgang  1849  der  philosophisch-historischen
Abhandlungen  der  Berliner  Akademie  der  Wissenschaften  von
einem  vaticanischen  Pergamentblatt  die  Bruchstücke  eines
deutsch-lateinischen  Gesprächbüchleins  heraus,  denen  er  im
Jahrgang  1851  einen  reicheren  Nachtrag  aus  einer  Pariser
Handschrift  folgen  liess.  Jenes  Blatt  5  der  vaticanischen
Sammelhandschrift  (cod.  collect,  membr.  4.  Christin.  566),  das
schon  C.  Greith  in  seinem  Spicilegium  vaticanum  S.  31  mitgetheilt
  hatte,  gehört  nach  allen  Anzeichen  als  erstes  Blatt  der
ersten  Lage  zu  der  Pariser  Handschrift  (7641.  lat.  4 1 ’)-Die
  deutsch-lateinischen  Zeilen  der  Glossen  und  Gesprächsätze, ­
  die  sich  auf  den  Rändern  und  zwischen  den  Spalten  des
vaticanischen  und  dreier  Pariser  Blätter  finden,  sind  nach
Grimms  Ansicht  (Nachtrag  10)  durchgängig  von  derselben  Hand,
so  wie  auch  die  Schriftzüge  des  Pariser  lateinischen  Wörterbuchs ­
  denen  des  vaticanischen  Blattes  gleich  sind.  Grimm
zog  daher  (Nachtrag  12)  die  1849  aufgestellte  Behauptung
mehrerer  Schreiber  unsers  Gesprächbüchleins  zurück  und  nahm
nur  an,  dass  die  deutsch-lateinische  Urschrift,  welche  eine
Hand  getreu  copirte,  durch  mehrere  nach  einander  entstanden
sei,  welche  den  angefangenen  Gesprächen  zusetzten,  was  ihnen
in  dieser  Art  einfiel,  und  was  sie  für  »Reisende  nützlich  hielten.
            
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