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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  Wohnsitze  der  Kelten  auf  der  pyrenäischen  Halbinsel.

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Vorkommen  *.  Seine  Erwartung,  dass  dasselbe  sich  noch  vermehren ­
  lassen  werde,  ist  vornehmlich  durch  Hübner’s  Inscriptiones
  Hispaniae  Latinae  in  Erfüllung  gegangen;  durch  die
Forschungen  auf  dem  Gebiete  der  Epigraphik  hat  sich  eine
ausserordentlich  grosse  Menge  von  Personen-  und  Gentilnamen
ergeben,  die  bis  dahin  so  ziemlich  unbekannt  waren.
Es  würde  bei  diesen  Namen,  nach  Ausscheidung  solcher,
welche  griechischen  oder  römischen  Ursprungs  sind,  hauptsächlich ­
  darauf  ankommen,  die  keltischen  von  den  iberischen
abzusondern,  was  allerdings  seine  Schwierigkeiten  hat.  Zwar
versteht  es  sich  von  selbst,  dass  es  unter  den  althispanischen
Namen  eine  grosse  Menge  von  keltischen  gibt,  indessen  ist
doch  die  Zahl  derjenigen,  welche  mit  ausserhispanischen,  vornehmlich ­
  gallischen  übereinstimmen  oder  sich  mit  ihnen  in
Vergleich  stellen  lassen,  durchaus  nicht  so  gross  als  man  auf
den  ersten  Blick  vermuthen  sollte.  Desto  grösser  ist  freilich
die  Uebereinstimmung  in  den  Ableitungssylben,  auf  die  wir
schon  an  verschiedenen  Orten  aufmerksam  gemacht  haben;
indessen  diese  allein  bietet  noch  keineswegs  einentsichern  Beweis ­
  für  die  gemeinsame  Abstammung.  So  finden  sich  die  aus
den  inschriftlichen  Ueberresten  der  keltischen  Sprache 2  und
andern  Quellen 3  bekannten  Namen  Camulos 1 ,  Cirata 5 ,  Clutamas
 6 ,  Graptus 7 ,  Reburrus(?) 8 ,  Sedatus 9 ,  Segeia 1 "  und
Sigovesus 11  auch  in  Hispauien  12  vor 13 .
1  Humboldt,  Prüfung,  S.  73  u.  ff.
2  Vergl.  Stokes,  Gallische  Inschriften  (bei  Kuhn  und  Schleicher,  Beiträge  zur
vergleichenden  Sprachforschung.  Bd.  2.  S.  100  u.  ff.).  —  Becker,  Die  inschriftlichen ­
  Ueberreste  der  keltischen  Spräche.  (Bei  Kuhn,  a.  a.  O.  Bd.  3.
S.  261  u.  ff.  S,  326  u.  ff.  S.  405  u.  ff.  Bd.  4.  S.  129  u.  ff.)
3  Vergl.  die  Zusammenstellung  der  Ableitungen  bei  Zeuss,  Grammatica
Celtica.  ed.  2.  p.  762  fgg.
J  S.  Stokes,  a.  a.  0.  S.  109;  ebend.  Andecamulos.  Der  Name  findet  sich
auch  in  Camolodunum.
5  Zeuss,  1.  c.  p.  796.  6  Zeuss,  1.  c.  p.  769.  7  Zeuss,  1.  c.  p.  786.  8  Zeuss,
l.c.  p.779.  9  Zeuss,  l.c.p.796.  10  Zeuss,  l.c.p.  703.  11  Zeuss,  l.c.p.856.
12  Camalus  :  Hübner,  Inscriptiones  Hispaniae  Latinae.  n.  417.  —  Camulates.
n.  4967,  34.  —  Oirrata.  n.  2151.  —  Clutamus.  n.  2584.  n.  2633.  —  Graptus.
n.  216.  —  Rehurrus.  S.  unten.  —  Sedatus.  n.  822.  —  Segeius.  n.  2698  —
Secovesos.  n.  2871.
13  Ausserdem  bieten  sich  beispielsweise  die  Vergleiche:
Anteloius  (Zeuss.  783.  Kuhn.  III.  197.):  Antelus  (n.  2387).
            
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