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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Phillips.

1.  Augustobriga.  Es  finden  sich  in  Hispanien  zwei  Städte
dieses  Namens:  ausser  der  keltiberischen  eine  bei  den  Vettonen.
Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  sind  sie  sämmtlich  nach  Analogie
von  Flaviobriga  und  Juliobriga 20  römische  Gründungen;  bestanden ­
  sie  bereits  vor  der  Ankunft  der  Römer  in  Hispanien,
so  müssten  sie  wie  Ilurcis  in  Gracchuris  21  ihre  Namen  verändert ­
  haben.
2.  Nertobriga.  Denselben  Namen  führt  auch  eine  Stadt
im  Lande  der  Celtici 22 .  Er  erklärt  sich  aus  dem  gallischen
Worte  nert,  nerth,  welches  die  Bedeutung  von  virtus,  fortitudo
hat 23  und  sich  in  dem  Namen  Nertomarus 24 ,  vielleicht  auch
in  Nerthus 25 ,  ausserdem  auch  noch  im  griech.  a-vrjp  und  im
lat.  Nero  wiederfindet 2fi .
3.  Arcobriga.  Dieser  Name  hat  sich  auch  in  zwei  Inschriften, ­
  die  jedoch  einer  andern  Stadt  angehören,  erhalten 27 ,
doch  ist  mit  demselben  wohl  nicht  die  keltiberische,  sondern
eine  in  Gallaecia  belegene  Stadt  gemeint,  die  vielleicht  mit
Ardobriga  identisch  ist.  Dass  jener  Name  auf  einer  hybriden
Composition  von  -briga  mit  dem  lat.  arcus  beruhe,  wie  Humboldt ­
  annimmt 28 ,  ist  nicht  wahrscheinlich,  denn  sonst  könnte
man  auch  den  Namen  der  Arabrigenses  auf  der  Brücke  von
Alcantara  für  eine  Composition  mit  dem  lat.  -ara  halten,  was
bei  dem  öfteren  Vorkommen  der  Silbe  ara-  in  iberischen  Namen, ­
  z.  B.  Aravi,  Aratiski  u.  s.  w.,  unzulässig  erscheint.
Nach  Analogie  von  Augustobriga,  Caesarobriga,  Cottaeobriga
  und  Flaviobriga  möchte  überhaupt  vermutliet  werden
dürfen,  dass  bei  diesen  Zusammensetzungen  das  Vorwort  stets
ein  Name  sei;  es  böte  sich  in  unserem  Falle  der  Name  Arquius
 29  dar.  Was  aber  alle  Namen  in  diesen  Composita,  wie
2»  S.  oben  Ä.  S.  7.
21  S.  Feslus,  D.  verb.  signif.  v.  Gracchuris.
22  S.  oben  S.  13.
23  S.  Ebel,  Die  Stellung  des  Keltischen.  (Bei  Kuhn,  Beiträge  zur  vergleichenden ­
  Sprachforschung.  Bd.  2.  S.  158.)
24  Ebel,  Keltische  Studien  (Bei  Kulm,  a.  a.  O.,  Bd.  3.  S.  6.)
25  Tacit.,  Germ.
20  Vergl.  Curliue,  Grundzüge  der  griech.  Etymologie.  S.  275.
27  Hübner,  Inscript.  Hisp.  Latin,  n.  765.  n.  2419.
28  Humboldt,  a.  a.  O.  S.  65.
20  Hübner,  1.  c.  n.  632.
            
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