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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Phillips.

Fasst  man  diese  Angaben  der  alten  Schriftsteller  zusammen, ­
  so  kommt  man  zu  folgenden  Resultaten  :
1.  Die  alten  Autoren  glaubten,  Keltiberien  sich  als  ein
bestimmtes  einzelnes  Land  und  die  Keltiberer  als  einen  bestimmten ­
  einzelnen  Stamm  des  mittleren  Hispanien  denken  zu
sollen.
2.  In  Beziehung  auf  die  Grenzen,  welche  sie  diesem
Lande,  beziehungsweise  diesem  Stamme  zuweisen,  stimmen  sie
nicht  überein.  Am  engsten  zieht  Ptolemäus  diese  Grenzen,
indem  er  das  Land  auf  dem  rechten  Ufer  des  Durius  fast
gänzlich  davon  ausschliesst  und  den  Keltiberern  überhaupt  nur
achtzehn  Städte  überweist 63 .  Ueber  die  Ostgrenze  sind  diese
Autoren  im  Ganzen  ziemlich  einig;  tlieils  wird  der  Idubeda
dafür  angegeben,  tlieils  Sagunt  zwar  als  ausserhalb,  aber  nahe
an  der  Grenze  Keltiberiens  belegen,  bezeichnet.  Im  Uebrigen
werden  die  Grenzen  dieses  Landes  durch  die  Wohnsitze  derjenigen ­
  Stämme  angedcutet,  welche  nicht  zu  den  Keltiberern
gehören,  namentlich  im  Osten  die  Edetaner,  im  Süden  die  Bastetaner,
  im  Westen  die  Carpetaner  und  Vaccäer,  im  Norden
die  Murboger,  die  Autrigonen,  Caristier  und  die  Varduler,  nach
Ptolemäus  die  Beronen,  Pelendonen  und  Arevaker 64 .
3.  Aus  allem  dem  geht  doch  zur  Genüge  hervor,  dass
die  alten  Autoren  in  Betreff  des  Landes  Keltiberien  und  des
Stammes  Keltiberer  etwas  zweifelhaft  und  ungewiss  waren;
hierüber  insbesondere  verräth  Strabo  die  zu  seiner  Zeit  herrschende ­
  Unsicherheit,  indem  er  selbst  gesteht,  der  Begriff  werde
verschieden  aufgefasst,  was  auch  daraus  ersichtlich  wird,  dass
er  Cäsaraugusta  zu  Keltiberien  rechnet 65 .
4.  Insbesondere  zeigt  auch  Plinius,  dass  der  Name  Celtiberia
  noch  in  einem  ganz  anderen  Sinne  zu  nehmen  sei  als
in  dem  eines  einzelnen  hispanischen  Landestheiles;  bei  ihm
stimmt  offenbar  der  Begriff  Celtiberia  mit  Hispania  über-63

  Pt.olem.,  II.  5.  (6.)  p.  127.
64  Ptolern.,  1.  c.  p.  125.  p.  126.
65  Ueber  die  Bedeutung  des  Namens  ,Keltiberer'  wird  in  der  Abhandlung
,Die  Einwanderung  der  Kelten  in  die  pyrenäische  Halbinsel'  ausführlich
gehandelt  werden.
            
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